Die Apostolische Orthodoxe Kirche in der Ukraine entstand im Dezember 2015, als ein Vereinigungskonzil in Kiew sie ausrief und Stefan (Negrebezki), Jahrgang 1942, zum Metropoliten wählte. Dem war eine Spaltung vorausgegangen: Im November 2015 erklärten Oleg (Wedmedenko) und Bischof Wladimir (Motscharnik) die Gründung der Ukrainischen Unabhängigen Autokephalen Kirche, und der Synod der APC in Moskau entließ sie, erkannte die neue Struktur als Schwesterkirche an und übergab die Ukrainische Metropolie in autokephale Selbstverwaltung. Der Rat von 2019 trat dreieinhalb Jahre nach jener Vereinigung zusammen, und auf seiner Tagesordnung standen Struktur, Name und das Schicksal der Diasporagemeinden.
Drei Tage in Kiew
Der erste Tag begann mit Vorträgen. Metropolit Stefan sprach über die Geschichte der autokephalen Bewegung und über die Haltung Konstantinopels zu den Kirchen der Diaspora. Erzbischof Lorenzo referierte über die Lage der Orthodoxie in Italien, über seine Erzdiözese und über den Wunsch nach eucharistischer Einheit, das heißt nach gegenseitiger Anerkennung der Sakramente, die den Weg zur gemeinsamen Kommunion eröffnet. Erzbischof Dmitri berichtete über den sozialen und rehabilitativen Dienst der Kirche.
Der zweite Tag war der Struktur des künftigen Zusammenschlusses gewidmet. Die Mehrheit der Teilnehmer sprach sich für eine einheitliche Kirche mit einem gemeinsamen Vorsteher aus, und die Person des Vorstehers bestätigte der Rat. Die Entscheidung über den Namen wurde an jenem Tag aufgeschoben, um am nächsten darauf zurückzukommen.
Die italienische Erzdiözese und Metropolit Viktor
Zur wichtigsten Entscheidung des zweiten Tages wurde die Bitte von Erzbischof Lorenzo. Er bat im Namen seines Synods um den Anschluss an die APC in der Ukraine, und der Rat erfüllte die Bitte. Es ging um die Struktur, die Erzbischof Lorenzo als Ukrainische Autokephale Orthodoxe Kirche im Ausland leitet. Für die innerhalb der Ukraine gegründete Kirche bedeutete dies, dass sie eine Struktur in ihren Reihen hatte, die in Italien wirkt.
Am selben Tag erklärte Metropolit Viktor (Werjaskin) seine Absicht, einen Dialog über die Vereinigung zu beginnen. Einst hatte er die Kiewer Metropolie der APC geleitet, doch der Rat von 2013 wählte Oleg (Wedmedenko) auf diesen Stuhl, und seither war Viktor Werjaskin ohne Amt. In den Materialien des Rates ist sein Name zusammen mit der AOC genannt, und ebenso wurde er den Teilnehmern vorgestellt. Seine Erklärung wurde zu einem der bemerkenswertesten Momente des zweiten Tages, obwohl der Rat selbst auch andere Fragen erörterte.
Erörtert wurden auch die staatliche Registrierung und die Satzung. Für die ukrainische Kirche waren diese Themen vor dem Hintergrund des öffentlichen Lebens von 2019 besonders wichtig, in dem Stefan als gesellschaftliche Persönlichkeit auftrat. Im April 2019 nahm er an einem runden Tisch zum Tag der Gewissensfreiheit teil, und in den Jahren 2013 und 2014 wurde sein Name mit dem Maidan in Verbindung gebracht: Am 1. Dezember 2013 hielt Erzbischof Stefan die Menge vor dem Gebäude des Kiewer Stadtrats auf, und Priester Sergi (Wutjanow) brachte Ikonen auf den Maidan, wo im Februar 2014 die Zeltkirche niederbrannte, die Ikonen aber gerettet werden konnten.
Name und Unterschriften
Den letzten Tag des Rates eröffnete eine Liturgie. Während ihr erklangen Grußworte der Bischöfe Stefan, Lorenzo und Ilia. Nach dem Gottesdienst nahm der Rat den Namen an: Ukrainische Apostolische Orthodoxe Kirche, abgekürzt UAPC.
Am selben Tag unterzeichnete man Dokumente über die Anerkennung und die Einheit in den Sakramenten mit der Ukrainischen Autokephalen Orthodoxen Kirche im Ausland, die Erzbischof Lorenzo leitet. Das bedeutete, dass die Seiten die Sakramente der jeweils anderen anerkannten, und für Orthodoxe ist eine solche Anerkennung die Voraussetzung der gemeinsamen Kommunion.
Unmittelbar nach der Annahme des Namens begann die Vorbereitung der staatlichen Registrierung der neuen Kirche. Die Frage, die am Vortag aufgeschoben worden war, schloss der Rat ab, und die weitere Arbeit ging von den theologischen Entscheidungen zur Ausfertigung der Dokumente bei den staatlichen Stellen über.
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