Der Weg zum Bischofsamt
Oleh Wedmedenko wurde am 18. September 1961 in Luzk in der Familie der Schauspielerin Polina Wedmedenko und des Hydrogeologen Valentin Martschuk geboren, der ein hydrogeologisches Labor leitete. Er besuchte die Schule Nr. 9 und die Musikschule Nr. 1, absolvierte von 1979 bis 1984 das Kiewer Institut für Ingenieure der Zivilluftfahrt und arbeitete danach am Flughafen von Luzk. Sein Leben nahm eine andere Wendung, als er dreißig war: Die Ärzte diagnostizierten Krebs. Er legte das Gelübde ab, sich dem Dienst zu widmen, falls er gesund würde, und erfüllte es. Daran erinnerte der Nationale Journalistenverband der Ukraine in einem am 17. November 2021 veröffentlichten Nachruf; Wedmedenko war über zehn Jahre lang Mitglied des Verbands und schrieb zu geistlichen Themen in wolhynischen Medien.
1995 trat Wedmedenko in das Wolhynische Seminar ein und studierte im Fernstudium. Im Februar 1997 gründete er die Bibelschule der geistlichen Vervollkommnung an der Dreifaltigkeitskathedrale von Luzk und wurde im selben Jahr Diakon, 1998 Protodiakon der Ukrainischen Orthodoxen Kirche des Kiewer Patriarchats. Der Konflikt mit dem Kiewer Patriarchat brach 2006 aus: Im Oktober wurde ihm der Dienst verboten, und am 5. November desselben Jahres wurde er zum Priester der Ukrainischen Autokephalen Orthodoxen Kirche geweiht. 2012 wurde Wedmedenko Bischof, 2013 leitete er die Eparchie Wolhynien und Galizien, und von 2015 bis 2019 war er Ersthierarch der Ukrainischen Unabhängigen Apostolischen Orthodoxen Kirche.
Ein Abend auf dem Prospekt Vasyl Mojsej
Am Abend des 14. November 2021 fuhr der 22-jährige Fahrer Roman Sawytsch aus dem Dorf Schydytschyn mit einem Mazda auf den Gehweg des Prospekts Vasyl Mojsej und erfasste einen Fußgänger. Wie die „Wolynska Gaseta“ schrieb, war der Fahrer betrunken. Er versuchte, vom Unfallort zu fliehen, wurde aber von Passanten und Patrouillen am Parkplatz des Unterhaltungszentrums „Promin“ festgehalten. Bereits im Krankenhaus, am Morgen des 15. November, starb Wedmedenko. Am Abend desselben Tages wurde in der Kirche „Christi Auferstehung“ eine Litija gefeiert, und am 16. November wurde der Bischof unter Beisetzung im Hof der Kirche verabschiedet. Am selben Tag ordnete das Stadtgericht Luzk für Sawytsch 60 Tage Untersuchungshaft ohne Kaution bis zum 12. Januar 2022 an.
Sawytsch war bereits vorbestraft. Im Jahr 2020 hatte er mit einem Gasspray städtische Wachleute von Luzk angegriffen und drei Jahre Freiheitsbeschränkung erhalten. Das Berufungsgericht Wolhynien bestätigte dieses Urteil am 19. Oktober 2021, doch die Strafe wurde laut Zeitungsberichten nicht vollstreckt. Fast einen Monat nach dem Tod des Bischofs, am 17. Dezember 2021, erschien in den Medien ein Video des Unfallmoments, und die Familie setzte sich dafür ein, den Fall nach dem Artikel über fahrlässige Tötung zu qualifizieren. Die Ermittlungen wurden am 24. Dezember abgeschlossen, und die Anklage wurde um den entsprechenden Teil des Artikels ergänzt.
„Wladyka war eine sehr einflussreiche und starke Figur im geistlichen Leben Wolhyniens“
Mit diesen Worten eröffnete die Journalistin Swetlana Kulja den Beitrag der „Wolynska Gaseta“ zum vierten Jahrestag des Todes des Bischofs. Ihrer Darstellung nach blieb der Bischof den Menschen als „helles Andenken und moralischer Wegweiser“ in Erinnerung.
Gericht und Gemeinde
Am 22. Februar 2022 verurteilte das Stadtgericht Luzk Roman Sawytsch zu acht Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe und neun Jahren Führerscheinentzug. Die Staatsanwältin Natalja Hawrus hatte neun Jahre gefordert. Die Familie des Verstorbenen erkundigte sich über den Anwalt Roman Chomitsch nach dem Gang des Verfahrens. Am 7. September 2022 bestätigte das Berufungsgericht Wolhynien das Urteil.
Die Gemeinde in Luzk übernahm der Sohn des Bischofs, der Priester Wassyl Wedmedenko. Der zweite Sohn, Pawel, dient ebenfalls in der Kirche „Christi Auferstehung“. Beide führen die Arbeit fort, die der Vater begonnen hatte, und das Grab des Bischofs befindet sich auf dem Gelände der Kirche, in der er Pfarrer war. Im November 2025, zum vierten Jahrestag seines Todes, veröffentlichte die „Wolynska Gaseta“ einen Beitrag über ihn mit Fotos; Autorin des Textes war Swetlana Kulja.
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