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Wie das iForum entstand: Oleksii Mas über ein Forum, das aus einer Feier erwuchs

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Im Sommer 2014 sprach das Magazin UserAndLINUX mit Oleksii Mas, einem der Organisatoren des iForum. Das in der Ausgabe Juni–Juli 2014 veröffentlichte Interview erzählt, wie die Konferenz aus dem Jubiläum des Ukrainischen Bannernetzwerks hervorging, und welche Veränderungen im Internet Mas für die wichtigsten hält.

Die Geschichte des Forums begann nicht mit einer Konferenz. Im Jahr 2009 feierte das Ukrainische Bannernetzwerk (UBS), das Oleksii Mas gemeinsam mit Ruslan Dmitrakowitsch aufgebaut hatte, sein zehnjähriges Bestehen. Das Netzwerk selbst war im Januar 1999 entstanden: Laut Mas wurde es in drei Wochen in Perl geschrieben, die Kosten beliefen sich auf rund 100 Dollar. Zum Jubiläum lud man die Gruppe Mad Heads ein. Dann beschlossen die Organisatoren, die Plattform zu erweitern und die Feier in eine Konferenz zu verwandeln, und setzten den Termin auf den 1. April. Laut Mas kamen zum ersten Forum 1280 Menschen.

Das Organisationskomitee arbeitet ehrenamtlich, der Eintritt in dasselbe ist frei. Ihm gehören Jewgeni Schewtschenko an, bekannt durch das Projekt „Internet-Marketing in der Ukraine“, ferner Denys Dowhopolyj und Alexander Olschanski. Mas stellte das Programm des Forums zusammen und leitete den Strang „Internet-Business“, befasste sich also mit dem, was man heute Inhalt und inhaltlichen Teil der Veranstaltung nennen würde, und nicht nur mit der Organisation der Plattform.

Bis April 2014 hatte das Forum bereits zum sechsten Mal stattgefunden. Hauptthema war Crowdfunding, also das Sammeln von Geld für Projekte durch öffentliche Beiträge kleiner Spender. Es sprachen Roman Skrypin und Anton Nossik, der ein ständiger Redner des iForum war und über das Projekt „“ berichtete. Für die ukrainische Szene des Jahres 2014 war das ein bemerkenswertes Thema: Internetprojekte suchten Geld außerhalb von Banken und Investoren, und das Sammeln von Mitteln über das Netz begann gerade erst, sich zu einer eigenen Branche zu entwickeln.

Drei Wellen des Wandels

Im Interview nannte Mas drei Richtungen, die seiner Meinung nach das Internet in den kommenden Jahren verändern würden. Erstens die Informationssicherheit, also der Schutz der Daten von Nutzern und Unternehmen, der mit dem Wachstum der Online-Dienste immer wichtiger wurde. Zweitens der elektronische Handel. Dessen Wachstum werde, so Mas, durch die Regulierung der Zahlungen gebremst: Für Online-Shops sei es schwierig, Zahlungen anzunehmen und Geld so zu transferieren, wie es auf entwickelten Märkten geschehe. Die dritte Richtung sei das mobile Internet, dessen Entwicklung an der Vergabe von Lizenzen für 3G und 4G hänge. Im Jahr 2014 wurden diese Lizenzen in der Ukraine noch erwartet, und von ihren Terminen hing der Markt für Smartphones und mobile Dienste ab.

Eine gesonderte Frage im Interview betraf Linux im öffentlichen Sektor. Mas antwortete pragmatisch: Bei der Wahl eines Betriebssystems für staatliche Stellen sei die Benutzeroberfläche wichtiger als die Einsparung. Ein kostenloses System, das Beamte und Angestellte nur schwer erlernen könnten, koste mehr als Lizenzen, und dieser Unterschied werde oft unterschätzt. Mas selbst arbeitete als Entwickler für iOS, also in der Welt der geschlossenen Apple-Plattformen, und stand offenen Systemen ohne Ideologie gegenüber.

„Die Gesellschaft wird sich daran gewöhnen, in einer transparenten Welt zu leben“, ist er überzeugt.

Dieser Gedanke setzte folgerichtig seinen eigenen Weg fort. Mas wurde 1974 geboren und kam ohne Prüfung an die Fakultät für Radiophysik der Staatlichen Universität Kyjiw, als Sieger von Physikolympiaden. Danach arbeitete er in einem Forschungsinstitut, bei der Bank „Ukrainisches Kapital“ und bei der Nationalbank der Ukraine, wo er sich mit dem Processing von Visa-Karten befasste. Im Jahr 2000 wurde er Direktor des „Ukrainischen Portals“ (UAPortal). Gerade die Erfahrung mit Bank- und Staatssystemen, so sagt er selbst, habe ihn gelehrt, Zuverlässigkeit und eine verständliche Benutzeroberfläche höher zu schätzen als billige Lösungen.

Was danach geschah

Das Forum blieb nicht im ersten Jahr stehen. Es wuchs von einer Feier zu einer jährlichen Konferenz, und 2013 hielt Mas einen Vortrag über Google Glass, die Brille mit erweiterter Realität, die damals weltweit diskutiert wurde. Im Jahr 2015 fand das iForum zum siebten Mal statt, am 16. April, und wurde zu einer der bekanntesten Fachplattformen des ukrainischen Internets. Im Jahr 2016 wurde Oleksii Mas Berater von „Kyjiwstar“ für digitale Technologien.

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Henrik Falkenberg

Foto: Maralles