Kwambio wurde von Volodymyr Usov und Dmitry Krivoshey gegründet. Usov war zuvor im Verlagswesen tätig: 2011 entstand in Odessa der Verlag Gutenbergz, und im Dezember 2012 erschienen im App Store „Die Abenteuer des Sherlock Holmes“ für das iPad – ein Jahr später als geplant. Seinen ersten 3D-Drucker sah Usov 2013 auf einer Ausstellung in New York. Das Projekt Kwambio wurde im Oktober 2014 gestartet, und bereits im ersten Jahr gewann das Team den Wettbewerb IDCEE und erhielt 500.000 US-Dollar von einem Odessaer Unternehmen, das in den Quellen nicht genannt wird. Auch das Gründungsjahr wird unterschiedlich angegeben: Manche Publikationen nennen 2014, andere 2015.
Die Fabrik, die drei Monate lang eingestellt wurde
Die Odessaer Fabrik wurde nach dreimonatiger Optimierung des Porzellandruckverfahrens in Betrieb genommen. Das keramische Pulver stellt das Unternehmen selbst her, die Glasurpalette umfasst bis zu achtzig Farben, und die fertigen Objekte halten laut 3DPrint Spülmaschine und Backofen stand. Einzelteile können bis zu 235 × 330 × 180 mm groß sein, zusammengesetzte Konstruktionen bis zu 350 × 350 × 380 mm. Die minimale Wandstärke und der Rundungsradius betragen 3 mm. Parallel arbeitete das Team am Metalldruck; zum Zeitpunkt der Veröffentlichung befand sich dieses Projekt noch in der Entwicklung.
Die Produktion in Odessa und der Hauptsitz in New York lassen sich in der Darstellung von 3DPrint leicht verbinden, erklären aber auch, warum die Publikation diese Geschichte wählte. Für das amerikanische 3D-Druck-Portal ist die ukrainische Fabrik als Alternative zu Plattformen interessant, die nach dem Modell der Online-Bestellung arbeiten: Shapeways und i.materialise nehmen Kundendateien entgegen und versenden Teile von Produktionsstandorten weltweit, während Kwambio eigene Produktion mit eigenen Materialien verbinden wollte.
Preise und Lieferzeiten nach Unternehmensangaben
Die Fabrik ist auf tausend Produkte pro Monat ausgelegt. Die Druckkosten betragen 0,07 US-Dollar pro Quadratzentimeter. Die Lieferung nach Europa dauert sieben Werktage, in die USA, nach Kanada, Australien und Neuseeland laut 3DPrint zwölf. In einem Interview mit der Publikation erklärte Vlad Usov die Preissenkung und die kürzeren Lieferzeiten so:
„Dank unseres unglaublichen Teams und des idealen ökologischen Standorts in der Ukraine senkt Kwambio die Preise und Lieferzeiten um die Hälfte.“
Das Wort „ökologisch“ in diesem Zitat bezieht sich auf den Standort, nicht auf die Technologie. Daten zum Verbrauch von Rohstoffen, Energie oder Abfall nannte das Unternehmen nicht, daher ist die ökologische Komponente im Text von 3DPrint nicht belegt. Auch die Zahl „um die Hälfte“ bleibt eine Unternehmensangabe: Im Artikel fehlt ein Vergleich mit konkreten Preisen der Konkurrenz.
Was danach geschah
Im Oktober 2017 erhielt Kwambio 500.000 US-Dollar von Empire State Capital Partners und Impulse VC. Ende 2017 kündigte das Unternehmen den Ceramo One an, einen Keramikdrucker für 25.000 US-Dollar, der auf der CES 2018 in Las Vegas vorgestellt wurde. Der Ceramo One hat nichts mit dem früheren Kunststoffdrucker UNIQUE One zu tun, den das Team 2015 mit einem Zielpreis von unter 1000 US-Dollar präsentierte. Im Januar 2019 zeigte das Unternehmen auf der CES den Ceramo Zero Max für 5000 US-Dollar und den Ceramo Two für 45.000 US-Dollar.
Auch Aufträge gab es. Im August 2018 berichtete MC.today über eine Bestellung von General Electric über mehrere Drucker, und die Gespräche mit der NASA über einen „3D-Körperatlas“ für die ISS fanden laut Usov ohne unterzeichneten Vertrag statt. Im April 2019 widmete sich Usov dem Projekt ADAM zusammen mit WeFund Ventures, das Bioglas und Biopolymer für die Medizin entwickelt. Im Sommer 2019 meldete, dass sich ADAM in der präklinischen Phase befinde und der Start für Ende 2020 versprochen sei.
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