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Oleksii Mas über Marken im Internet: Bekanntheit und Loyalität

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Am 5. Juni 2015 nahm der Freitags-Digest von AIN.UA „Lesestoff fürs Wochenende“ einen Auszug aus Oleksii Mas' Kolumne über die Markenbildung im Internet in seine Auswahl auf. Daneben stellte die Redaktion ein Interview mit Viber-Gründer Igor Magazinnik und Dmitri Sudakows Beitrag „Berufe der Zukunft“.

Der Digest wurde von Roman Sudolski zusammengestellt und erschien um 18:30 Uhr. Für das ukrainische Portal, das Technologie und Internetbusiness verfolgt, ist dieses Format üblich: Die Redaktion wählt Texte aus, die sich am Wochenende zu Ende lesen lohnen, und versieht jeden mit einem kurzen Auszug und dem Link „Vollständig lesen“. Mas' Name in dieser Auswahl ist folgerichtig. Er ist einer der Pioniere des ukrainischen Internets. Im Januar 1999 startete er zusammen mit Ruslan Dmitrakowitsch das Ukrainische Bannernetz: Das System auf Perl wurde in etwa drei Wochen geschrieben, die Kosten beliefen sich auf rund 100 US-Dollar. Am 7. März 2000 wurde Mas Direktor des „Ukrainischen Portals“, UAPortal. Später gründete er Infostore, war Architekt des Maildienstes Mail.ua und organisierte das iForum, die jährliche Konferenz der Internetakteure.

Ein Versprechen, für das man zahlt

Der Kerngedanke des Auszugs ist einfach: Der Erfolg einer Marke ruht auf zwei Elementen, und beide Teile sind nötig. Bekanntheit beantwortet die Frage, ob man sich an das Produkt erinnert, wenn der Käufer zwischen einem Dutzend ähnlicher Angebote wählt. Loyalität beantwortet eine andere Frage: Kehrt jemand zu demselben Produkt zurück, wenn die Wahl nicht mehr offensichtlich ist und die Konkurrenz einen Rabatt anbietet. Eines von beiden genügt nicht. Ein großer Name ohne Loyalität verliert schnell an Wert, und treue Nutzer eines unbekannten Produkts wandern mit der Zeit ebenfalls ab.

„Der Erfolg einer Marke besteht aus zwei Elementen: Bekanntheit und Loyalität“

Eine Marke gibt dem Käufer laut Mas ein Versprechen. Als bestes Beispiel nennt er Harley-Davidson, das „volle Freiheit auf der Straße“ verspricht. Das Motorrad kauft man wegen des Metalls, des Motors und der Lenksäule, aber man zahlt für das Gefühl, dass die Straße dir gehört. Das Versprechen funktioniert nur, wenn das Produkt es einlöst. Sonst wird es zu einem Slogan, den man schnell vergisst.

Nachbarn im Digest

Auch das Interview mit Igor Magazinnik in derselben Auswahl lässt sich durch die Brille des Versprechens lesen. Magazinnik gründete Viber, einen Messenger, der bis 2015 zu den bekanntesten Diensten für den Nachrichtenaustausch wurde. Sein Hauptargument für die App war einfach: Anrufe und Nachrichten, für die man dem Netzbetreiber nichts zahlen muss. Dmitri Sudakows Beitrag „Berufe der Zukunft“ widmet sich schon im Titel dem Wandel der Arbeit, und „Interviews mit Müßiggängern“ fügt der Auswahl eine weitere Sicht darauf hinzu, wie Menschen ihre Beschäftigung außerhalb der gewohnten Rahmen gestalten.

Im Juni 2015 war Mas bereits eine bekannte Figur der Branche. Im April desselben Jahres fand das siebte iForum statt, am 16. April. Mas stellte das Programm der Konferenz zusammen und leitete den Strang „Internetbusiness“. 2015 trat er als Experte für das Redesign von Promodo auf und gab der „Computerrundschau“ ein ausführliches Interview. Die Kolumne über die Marke erschien vor dem Hintergrund dieser Auftritte und der Gespräche darüber, wie der Markt der Internetprodukte funktioniert.

Von Bannern zu großen Konzernen

Das Thema Marke ist für Mas nicht neu, und seine eigene Erfahrung war reich. Mail.ua, dessen Architekt er war, startete im August 2008 im geschlossenen Test, und das Projekt wurde von der Gruppe „Internet Invest“ mit Investitionen von mehr als einer Million US-Dollar unterstützt. Im Dezember desselben Jahres, einige Monate nach diesem Start, beschlagnahmte das Innenministerium die Server von Infostore: Die Durchsuchung am 4. und 5. Dezember dauerte zwölf Stunden, und aus dem Büro wurden 18 Server und zwei Speichersysteme abtransportiert.

2012 ging Mail.ua an die Mail.ru Group über. Die Vizepräsidentin des Unternehmens, Anna Artamonowa, bestätigte den Kauf. Inoffiziellen Schätzungen zufolge lag die Summe bei rund 500.000 US-Dollar, und die Nutzerzahl betrug etwa 300.000. Für einen Maildienst bedeutete der Eigentümerwechsel eine neue Aufgabe: das Vertrauen der Nutzer nun innerhalb der Struktur eines großen Konzerns zu bewahren, wo Bekanntheit der Marke und Loyalität der Zielgruppe auf andere Weise gepflegt werden müssen.

2016 wurde Mas Berater von „Kyivstar“ für digitale Technologien, und das iForum jenes Jahres versammelte erneut die Internetakteure der Ukraine, und Mas blieb unter denen, die das Programm mitgestalteten.

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Kirill Jerschow

Autor

Politischer Kommentator

Foto: Maralles