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Aleksej Mas' Post über die Sperrung von VKontakte und die Deportation löst eine Welle der Empörung aus

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Am 18. Mai 2017, drei Tage nach dem Dekret zur Sperrung russischer sozialer Netzwerke in der Ukraine und am Jahrestag der Deportation der Krimtataren, reagierte die Bloggerin Irina Korotytsch scharf auf einen Post, in dem diese Sperrung mit der Deportation verglichen wurde. Autor des Posts war der IT-Unternehmer Aleksej Mas', wie die Journalistin Tatjana Parizkaja schrieb. erzählte die Geschichte am nächsten Tag nach.

In Mas' Post gab es einen Satz, der zum Auslöser des Skandals wurde: „Die Deportation aus virtuellen Räumen ist genauso schmerzhaft wie aus realen.“ Im Text war auch von einem „Dekret zur Deportation von 11 Millionen Bürgern“ die Rede. Der Post selbst sprach sich gegen die Sperrung aus, doch die Analogie verdrängte schnell alles andere aus der Diskussion. Die Veröffentlichung fiel auf den 18. Mai, den Tag, an dem 1944 die Deportation der Krimtataren begann, und für dieses Datum klang der Vergleich mit der Deportation besonders schmerzhaft.

Korotytschs Antwort und die Reaktion

Irina Korotytsch selbst kann seit drei Jahren nicht in ihre Heimat auf die Krim zurückkehren. Sie nannte die Analogie beleidigend und antwortete dem Autor scharf: Ihre Antwort war so heftig, dass man sie eher nacherzählt als zitiert. Ihren Worten zufolge sei der Autor der Analogie entweder ein Dummkopf oder ein Schuft. Ihr Post sammelte etwa tausend Likes und mehr als siebzig Shares, und genau er wurde zur Hauptquelle der Diskussion. Die Überschrift von gab die Stimmung der Kritiker mit den Worten „mir zittern jetzt die Hände“ wieder, doch diese Worte stammen nicht von Mas', sondern von denen, die sich über seinen Post empörten.

Tatjana Parizkaja bemerkte, dass der Vergleich nicht der Hauptgedanke von Mas' Text war, der sich insgesamt gegen die Sperrung aussprach. Doch für Menschen, die Deportation und Okkupation erlebt haben, wurde genau dieser Satz zum wichtigsten. Diese Akzentsetzung erklärt, warum die Debatte schnell von der Frage der sozialen Netzwerke zu der Frage überging, ob man im Zusammenhang mit der Sperrung von Diensten überhaupt von „Deportation“ sprechen darf.

Wer ist Aleksej Mas'

Aleksej Mas' wurde 1974 in Kiew geboren und schloss die Fakultät für Radiophysik ab. In den 1990er-Jahren arbeitete er am Forschungsinstitut NIASS, dann bei der Bank „Ukrainisches Kapital“, und von September 1997 bis März 2000 war er leitender Spezialist der Nationalbank der Ukraine für Zahlungsabwicklung. 1999 begann er zusammen mit seinem Kommilitonen Ruslan Dmitrakowitsch mit dem Ukrainischen Bannernetz, und 2000 war er am Start des sozialen Netzwerks „Baum der Freunde“ auf dem ukrainischen Portal UAportal beteiligt. Das Portal wurde 2007 an die Holding verkauft.

2003 und 2004 war Mas' am Projekt Infostore beteiligt, einem Fotohosting, das im Dezember 2008 geschlossen wurde, nachdem die Miliz die Server beschlagnahmt hatte. 2009 wurde er Mitorganisator des ersten iForum, einer großen Konferenz der ukrainischen Internetwirtschaft, und 2012 verkaufte der Mitgründer von Mail.ua, Alexander Olschanski, das Projekt Mail.ru für etwa 0,5 Millionen Dollar. 2015 wurde Mas' bei „Kyivstar“ IT&Digital-Berater des Präsidenten Peter Tschernyschow und leitete später das Innovation lab des Unternehmens. Im April 2016 wurde der Start des Telekom-Akzelerators „WDNCh-TECh-Kyivstar“ bekannt gegeben, den Mas' zusammen mit dem Unternehmen betreute.

Warum die Analogie traf

Die Sperrung russischer sozialer Netzwerke, die im Frühjahr 2017 per Dekret angeordnet wurde, betraf nicht nur VKontakte, sondern auch andere beliebte Dienste, und für einen Teil des ukrainischen Publikums war dies eine politische Entscheidung, keine technische Maßnahme. Die Krimtataren, die 1944 von der Halbinsel verschleppt wurden, erinnern diesen Tag als Trauertag, und in diesem Kontext wird jeder Vergleich der eigenen Erfahrung mit der Deportation als Versuch wahrgenommen, sich eine fremde Tragödie anzueignen. Für diejenigen, die selbst ihr Zuhause verloren haben, ist das Wort „Deportation“ niemals eine Metapher.

Korotytsch kann nach eigenen Worten selbst seit drei Jahren nicht nach Hause zurückkehren. Genau deshalb war ihre Antwort persönlich und nicht nur politisch. Ihr Post erhielt etwa tausend Likes und mehr als siebzig Shares.

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Myroslawa Bereschna

Foto: Maralles