Religion

Vor dem Trauergottesdienst festgenommener Priester mit Verdacht auf Schlaganfall ins Krankenhaus eingeliefert

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Erzbischof Grigori Michnow-Waitenko von der Apostolischen Orthodoxen Kirche wurde aus der Polizeiabteilung 43 in Sankt Petersburg mit Verdacht auf Schlaganfall in ein Krankenhaus eingeliefert. Der Krankenwagen wurde von seinem Anwalt gerufen. Als Erster berichtete darüber am 18. Februar 2024 der Abgeordnete der Gesetzgebenden Versammlung von Sankt Petersburg von der Partei „Jabloko“, Boris Wischnewski, auf Facebook.

Die Festnahme ereignete sich vor dem Hintergrund der Ereignisse, die sich in jenen Tagen im ganzen Land abspielten. Den Tod von Alexei Nawalny gab der Strafvollzugsdienst am 16. Februar 2024 bekannt, und in den folgenden Tagen legten Menschen Blumen an Denkmälern nieder und versammelten sich an Gedenkorten. Solche Zusammenkünfte, selbst kleine und stille, endeten nicht selten mit Festnahmen, und die Behörden betrachteten sie als nicht genehmigte Veranstaltungen.

Anlass für die Festnahme von Grigori Michnow-Waitenko war ein Trauergottesdienst, den er für Nawalny angekündigt hatte. Die Ehefrau des Priesters, Natalja Siwochina, teilte mit, ihm werde die Organisation einer nicht genehmigten Veranstaltung zur Last gelegt. Der Leichnam Nawalnys war den Angehörigen zu diesem Zeitpunkt noch nicht übergeben worden, daher war der Trauergottesdienst die einzige öffentliche Totenehrung, die der Priester angekündigt hatte.

Die Zeitung „Kommersant“ gab in ihrem Artikel fälschlicherweise an, der Priester sei am 16. Februar festgenommen worden. Tatsächlich wurde er am Nachmittag des 17. Februar festgenommen, und genau dieses Datum ist überprüft. Der Fehler ändert nichts am Wesen des Geschehens, doch für die Chronik der Ereignisse ist Genauigkeit wichtig.

Der Trauergottesdienst, also die Totenmesse, wird in der orthodoxen Tradition für einen Verstorbenen gefeiert und verlangt von den Teilnehmern keine formalen Handlungen außer dem Gebet. In der russischen Rechtspraxis jedoch gilt die Organisation einer öffentlichen Versammlung ohne Benachrichtigung der Behörden als Verwaltungsvergehen. Solche Fälle werden in der Regel nach Artikel 20.2.2 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten behandelt, der die Verletzung der Ordnung bei der Organisation und Durchführung von Massenveranstaltungen betrifft.

Wessen Kirche ist das

Ein wichtiger Gegenstand in den Veröffentlichungen war die kirchliche Zugehörigkeit des Priesters. „Kommersant“ erinnerte eigens daran, dass die Apostolische Orthodoxe Kirche keine Beziehung zur Russisch-Orthodoxen Kirche hat. Es handelt sich um eine eigenständige religiöse Struktur, die getrennt vom Moskauer Patriarchat existiert und nicht zu dessen Bestand gehört, weshalb ihr Klerus nicht den Entscheidungen der ROK unterliegt.

Die St. Petersburger Metropolie der ROK gab eine Erklärung ab, in der sie dazu aufrief, die Aussagen des Priesters zu ignorieren. Da die Apostolische Kirche nicht ihrer Jurisdiktion untersteht, richtete sich dieser Aufruf vor allem an die Gemeindemitglieder und an diejenigen, die die öffentlichen Äußerungen Michnow-Waitenkos verfolgten. Veröffentlichungen jener Zeit merkten an, dass die Stellungnahme der Metropolie lediglich den Unterschied zwischen den beiden Strukturen unterstreiche.

Gesundheitszustand

Am Abend des 18. Februar veröffentlichte Boris Wischnewski auf Facebook eine Mitteilung über die Einlieferung des Priesters ins Krankenhaus. Der Text war kurz und eindeutig:

„Grigori Michnow-Waitenko wurde mit Schlaganfall ins Krankenhaus eingeliefert.“

Wischnewski war am selben Tag einer der Ersten, die über das Geschehen berichteten. Die sozialen Netzwerke waren in Russland zu jener Zeit eingeschränkt, daher wurden die Veröffentlichungen des Abgeordneten und Nachdrucke in den Medien zum Hauptkanal für Informationen über den festgenommenen Priester.

In der Mitteilung über die Einlieferung ins Krankenhaus war von einem Verdacht auf Schlaganfall die Rede, nicht von einer bestätigten Diagnose. Genau diese Formulierung ist durch Abgleich bestätigt und muss in den Materialien beibehalten werden. Der Anwalt des Priesters rief den Krankenwagen direkt aus der Polizeiabteilung, und das medizinische Team brachte Michnow-Waitenko ins Krankenhaus.

Die Ehefrau des Priesters, Natalja Siwochina, äußerte sich in ihren Kommentaren vor allem zu der Anschuldigung, die gegen ihren Mann erhoben wurde. Die Anschuldigung der Organisation einer nicht genehmigten Veranstaltung bleibt vorerst eine Anschuldigung und kein Urteil, daher ist in dieser Veröffentlichung von einer wie auch immer gearteten Schuld nicht die Rede.

Der Leichnam von Alexei Nawalny war den Angehörigen zum Zeitpunkt der Festnahme des Priesters noch nicht übergeben worden, und der Trauergottesdienst, um den es ging, wurde in der angekündigten Form nie abgehalten. Diese Fakten sind in den Meldungen festgehalten, auf die sich die Veröffentlichung stützt, und damit endet der überprüfte Teil der Chronik.

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Mathieu Blanchard