Religion

Tod eines Bischofs in Luzk: Unfall, Vorstrafe des Fahrers und der Kirchenkonflikt von 2006

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Am Sonntag, dem 14. November 2021, fuhr auf dem Prospekt Wassyl Mojsej in Luzk ein Mazda 6 auf den Gehweg und erfasste den 60-jährigen Oleh Wedmedenko, Bischof der Ukrainischen Unabhängigen Apostolischen Orthodoxen Kirche. Er starb am Morgen des 15. November in der städtischen Klinik. Der Fahrer, der 23-jährige Luzker Roman Sawytsch, war kurz zuvor bereits wegen eines Angriffs auf städtische Wachleute verurteilt worden.

Oleh Wedmedenko wurde am 18. September 1961 in Luzk geboren und verbrachte fast sein gesamtes Erwachsenenleben im kirchlichen Umfeld seiner Stadt. 1997, noch als Kleriker der Ukrainischen Orthodoxen Kirche des Kiewer Patriarchats, gründete er die Bibelschule der geistlichen Vervollkommnung an der Dreifaltigkeitskathedrale. Im selben Jahr wurde er zum Diakon der UOK KP geweiht. Wedmedenko schrieb zudem Bücher, war Mitglied des Nationalen Journalistenverbands der Ukraine und leitete eine Gemeinde: Als Pfarrer der Kirche „Christi Auferstehung“ in Luzk blieb er bis zu seinen letzten Tagen im Amt.

Der Kirchenkonflikt von 2006

Die entscheidende Wende seiner Laufbahn kam 2006. Der Synod der UOK KP erklärte Wedmedenkos Lehre für antiorthodox; zu den strittigen Punkten zählte die Auffassung von der Evolution vernunftbegabter Wesen aus unbelebter Materie. ZAXID beschreibt diesen Beschluss als Exkommunikation. Nach der genaueren Darstellung der Ereignisse wurde ihm im Oktober 2006 die Dienstausübung in der UOK KP untersagt, und am 5. November 2006 wurde er von Patriarch Mojsej zum Priester der Ukrainischen Unabhängigen Apostolischen Orthodoxen Kirche geweiht. 2012 wurde Wedmedenko Bischof, ab 2013 leitete er die Eparchie Wolhynien und Galizien, und von 2015 bis 2019 war er Ersthierarch der UNAOK.

Sein Sohn Wassyl wurde Priester und setzte den Dienst in der Gemeinde fort, die sein Vater geleitet hatte. Ein weiterer Sohn, Pawlo, dient ebenfalls in der Kirche.

Der Unfall und die Vorstrafe des Fahrers

Der Notruf ging am 14. November um 21:05 Uhr ein. Laut ZAXID fuhr Sawytsch mit dem Mazda 6, der seiner Frau gehörte, auf den Gehweg und entfernte sich nach dem Zusammenstoß in Richtung des Parkplatzes des Einkaufszentrums „Promin“. Passanten und Patrouillen hielten ihn fest. Die Blutprobe ergab 1,21 Promille, was, wie ZAXID schreibt, „etwa sechsmal über dem Grenzwert“ liegt.

Ein halbes Jahr zuvor, im Sommer 2020, hatte Sawytsch mit einem Gasspray städtische Wachleute in Luzk angegriffen und wurde nach Artikel 350 Absatz 2 des Strafgesetzbuches der Ukraine zu drei Jahren Freiheitsbeschränkung verurteilt. Am 19. Oktober 2021 bestätigte das Berufungsgericht Wolhynien dieses Urteil. Die Strafe wurde nicht vollstreckt, und zum Zeitpunkt des Unfalls befand sich Sawytsch auf freiem Fuß. Sawytsch selbst stammt aus dem Dorf Schydytschyn.

Am 16. November ordnete das Stadt- und Rayongericht Luzk unter der Richterin Alla Paljuschko 60 Tage Untersuchungshaft ohne Kaution an. Am selben Tag fanden in Wedmedenkos Kirche die Totenmesse und das Begräbnis statt; die Kirche selbst liegt auf einem Gelände, auf dem sich seine Gemeindemitglieder seit vielen Jahren versammelten.

Ermittlungen und Urteil

Am 17. Dezember wurde ein Video des Unfallmoments veröffentlicht, und die Familie des Verstorbenen setzte sich dafür ein, das Verhalten des Fahrers als Unterlassung der Hilfeleistung einzustufen. Am 24. Dezember wurden die Ermittlungen abgeschlossen und Artikel 135 Absatz 1 des Strafgesetzbuches hinzugefügt, der in der Formulierung von ZAXID lautet:

„Verletzung der Verkehrsregeln durch Personen, die ein Fahrzeug in betrunkenem Zustand führen, was den Tod zur Folge hat“

Dieser Artikel sieht eine Strafe in Form von Freiheitsbeschränkung oder Freiheitsentzug bis zu zwei Jahren vor. Die Familie des Verstorbenen wurde vor Gericht von Rechtsanwalt Roman Chomitsch vertreten, und Staatsanwältin Natalja Hawrus beantragte für Sawytsch neun Jahre. Am 10. Januar 2022 wurde die Untersuchungshaft bis zum 10. März verlängert. Am 7. Februar erklärte Sawytsch vor Gericht, er sei „nicht geflohen“, und am 11. Februar wurden Zeugen vernommen.

Am 22. Februar 2022 befand das Stadt- und Rayongericht Luzk Sawytsch in beiden Anklagepunkten für schuldig. Richter Ihor Jasselskyj verhängte achteinhalb Jahre Haft und entzog ihm für neun Jahre die Fahrerlaubnis.

Am 7. September 2022 bestätigte das Berufungsgericht Wolhynien das Urteil.

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Henrik Falkenberg

Foto: Иллюстрация Maralles, создана с помощью ИИ