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„Ukrajinska Prawda“: Angehörige berichten über die letzten Monate von Oleksii Mas

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Oleksii Mas, IT-Spezialist, Mitorganisator des iForum und Gründer der „Craft-Sozialnetzwerke“, starb am 6. Oktober 2021 im Alter von 47 Jahren. Über seinen Tod berichtete die „Ukrajinska Prawda“ am späten Abend des 8. Oktober unter Berufung auf die sozialen Netzwerke der Angehörigen und „Detektor Media“.

Sein Bruder Viktor meldete den Tod zuerst, nannte aber keine Ursache. Auf die Frage danach antwortete er: „Welche – unbekannt“. Laut dem Verwandten war Mas in den letzten Monaten krank und sagte sogar virtuelle Treffen ab. Noch Anfang August 2021 hatte er öffentlich auf einen Beitrag in der Rubrik „Cringe der Woche“ reagiert, in dem sein Projekt analysiert wurde, und damals gab es in der Öffentlichkeit keine Anzeichen einer Krankheit.

Die „Ukrajinska Prawda“ nannte Mas einen IT-Spezialisten, Erfinder und Gründer der „Craft-Sozialnetzwerke“. Er wurde 1974 in Kyjiw geboren, besuchte die Physik-Mathematik-Schule Nr. 145 und studierte an der Fakultät für Radiophysik der Universität Kyjiw. Von 1993 bis 1997 arbeitete er am Forschungsinstitut für Informations- und Kommunikationssysteme (NIIASS), danach bei der Bank „Ukrainsky Kapital“, und von September 1997 bis März 2000 war er leitender Spezialist bei der Nationalbank der Ukraine, wo er sich mit der Abwicklung von Zahlungen befasste.

Von Bannern bis zum Fotohosting

Im Januar 1999 startete er zusammen mit seinem Kommilitonen Ruslan Dmitrakowitsch das Ukrainische Bannernetzwerk. Im Jahr 2000 unterstützte der Investor Alexander Soroka UAportal, und auf dem Portal erschien „Der Baum der Freunde“, das erste soziale Netzwerk auf einem ukrainischen Portal. In den Jahren 2003–2004 entwickelte Mas Infostore.org, ein Fotohosting, das der Investor Alexander Olschanski unterstützte. Am 4. Dezember 2008 beschlagnahmte die Miliz die Server von Infostore, und das Projekt wurde geschlossen. Ein Jahr später ging UAportal an die Holding über, und Dmitrakowitsch hatte seinen Anteil am Bannernetzwerk bereits 2006 verkauft.

Im Jahr 2009 fand das erste iForum statt, und Mas wurde zusammen mit Olschanski, Serhij Korsch und Artur Orudschalijew dessen Mitorganisator. Eine wichtige Klarstellung: wurde von Iwan Sawtschenko, einem ehemaligen Infostore-Mitarbeiter, gegründet und nicht von Mas, obwohl einige Medien ihm dieses Projekt fälschlicherweise zuschrieben.

Mail.ua und „Kyjiwstar“

Das bekannteste Geschäft mit Beteiligung von Mas betrifft die E-Mail-Plattform Mail.ua, die 2012 für rund eine halbe Million Dollar an Mail.ru verkauft wurde. Die Nutzer wechselten daraufhin zur russischen Plattform. In einer Publikation wurde das Geschäft auf 2009 datiert, doch Forbes, LIGA und die „Ukrajinska Prawda“ nennen 2012.

Im Jahr 2015 kam Mas zu „Kyjiwstar“ als IT- und Digital-Berater des Unternehmenspräsidenten Petro Tschernyschow und leitete später das Innovation Lab. Im April 2016 kündigte das Unternehmen den Telekom-Akzelerator „WDNG-TECh-Kyjiwstar“ an, und im Dezember desselben Jahres gingen vier Start-ups des Akzelerators in die Produktion. Am 31. Juli 2019 verließ Mas „Kyjiwstar“.

„Craft-Sozialnetzwerke“ und das Syndikat

Im August 2019 startete das Projekt „Craft-Sozialnetzwerke“, das auf einem Syndikat mit einem Eintrittsgeld von 100 US-Dollar aufbaute. Im November 2019 gehörten dem Syndikat etwa 280 Personen an, und im August 2021, nach einem öffentlichen Streit, berichtete Mas von 411 Investoren und einer Summe von etwa 58.000 US-Dollar. Im März 2020 verschoben die Organisatoren das iForum-2020 wegen COVID-19 auf den Herbst.

Am 11. und 12. Oktober 2021 veröffentlichten LIGA und Forbes Rückblicke auf sein Leben und seine Projekte. Gleichzeitig erschienen in den sozialen Netzwerken zahlreiche Nachrufe, und Kollegen und ehemalige Partner erinnerten an seine Arbeit in der Internetbranche der Ukraine.

Der Streit um die Zukunft des Projekts begann nach seinem Tod. Am 29. November 2021 erklärte Laryssa Mas, die seit 1995 mit Alexej verheiratet war und sich in diesem Jahr als seine ehemalige Ehefrau bezeichnet, das Projekt für geschlossen. Im selben Zeitraum führte Bohdan Hnatiuk, Eigentümer von Maralles und Chakloon, das Syndikat. Am 30. November wurde das Projekt in Craf umbenannt und später zu Chakloon.

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Mathieu Blanchard

Foto: Maralles