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Erfinder und Wegweiser: Wie Oleksii Mas die Menschen einteilt, die ein Unternehmen aufbauen

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Anfang Februar 2016 veröffentlichte Oleksii Mas auf eine Kolumne über zwei Typen von Menschen, die ein Unternehmen aufbauen. Unternehmer bauen es gemächlich nach bewährten Modellen auf, während Startup-Gründer unbetretene Wege suchen. Unter Letzteren hebt Mas die „Erfinder“ hervor, die Risse in den Standards aufspüren, und die „Wegweiser“, die dem Wettbewerb das Publikum abspenstig machen, wie es seiner Meinung nach Facebook getan hat.

ist ein ukrainisches Wirtschaftsportal, und Mas' Kolumne erschien dort am 2. Februar 2016. Es ist nicht sein erster Text auf dieser Plattform: Im April 2012 war dort bereits eine Kolumne von ihm veröffentlicht worden. Mas selbst ist seit Langem im ukrainischen Internet bekannt. Im Januar 1999 startete er zusammen mit Ruslan Dmitrakowitsch das Ukrainische Bannernetzwerk (UBS), im Frühjahr 2000 leitete er das „Ukrainische Portal“ (UAPortal), gründete Infostore und war Architekt von Mail.ua. Ein Mann, der den Weg von Bannern bis zu großen Diensten gegangen ist, sprach über Unternehmertum nicht theoretisch, und das merkt man am Ton der Kolumne.

Der Hauptunterschied liegt laut Mas in der Geschwindigkeit und den Orientierungspunkten. Der Unternehmer baut sein Geschäft gemächlich auf und stützt sich auf Modelle, die andere bereits erprobt haben. Der Startup-Gründer hingegen sucht einen Weg, den vor ihm noch niemand gegangen ist. Diese Unterscheidung macht den einen Menschen nicht wichtiger als den anderen. Sie beschreibt vielmehr zwei verschiedene Arbeiten mit unterschiedlichen Risiken und unterschiedlichen Kosten eines Fehlers.

„Erfinder“ und „Wegweiser“

Innerhalb der Klasse der Startup-Gründer unterscheidet Mas zwei Typen. Die „Erfinder“ schlagen Breschen in die Standards: Sie finden die Stelle, an der die gewohnte Regel nicht mehr funktioniert, und bieten etwas an, das zuvor unmöglich oder unnötig erschien. Die „Wegweiser“ sind anders gestrickt. Ihre Aufgabe besteht darin, dem Wettbewerb das Publikum abspenstig zu machen, indem sie die Menschen auf ihre Plattform ziehen und sie dazu bringen, diese statt der bisherigen Dienste zu nutzen.

Als Beispiel für den zweiten Typ nennt Mas Facebook. Das soziale Netzwerk war nicht das erste in seiner Nische, aber es verstand es, Nutzer zu versammeln, die zuvor anderswo zu finden waren, und sie zu halten. Für Mas ist das ein Musterbeispiel dafür, wie ein neues Projekt nicht bloß eine Alternative, sondern ein neues Zentrum der Anziehungskraft werden kann. Die Kolumne setzt dabei Erfinder und Wegweiser nicht gleich: In beiden Fällen geht es um die Fähigkeit, die gewohnten Wege der Menschen zu verändern.

Drei Ängste und zwanzig Minuten am Tag

Im zweiten Teil des Textes wechselt Mas von der Marktstruktur zur persönlichen Disziplin. Seiner Ansicht nach ist die wichtigste Ressource eines Startup-Gründers nicht Geld und nicht Beziehungen, sondern Aufmerksamkeit. Er schreibt:

„Das Wichtigste ist die Konzentration“.

Um sie muss man mit drei Ängsten ringen. Die erste betrifft den Anfang: Das Projekt erscheint zu groß, und der Mensch verschiebt den ersten Schritt. Die zweite hängt mit der Fortsetzung zusammen: Die Begeisterung vergeht, und die Arbeit wird zur Routine. Die dritte Angst ist die unauffälligste. Sie besteht darin, dass das Projekt nie zu Ende gebracht wird, weil jede neue Idee interessanter erscheint als die aktuelle.

Mas' praktischer Rat ist einfach. Man sollte mindestens zwanzig Minuten am Tag für das Projekt aufwenden, selbst wenn für alles andere keine Zeit bleibt. Außerdem ist es nützlich, sich regelmäßig eine Frage zu stellen, die im Text gesondert hervorgehoben wird: „Welche Dinge sollte ich nicht erledigen?“ Eine solche Frage lenkt die Aufmerksamkeit von dem, was getan werden muss, auf das, was man nicht tun muss, und schafft so Raum für das Wesentliche.

Was danach geschah

Die Kolumne von 2016 erschien in einer Zeit, in der Mas bereits eine bekannte Figur auf Branchenveranstaltungen war. Seit 2009 war er an der Organisation des iForum beteiligt, dessen erstes Forum am 1. April 2009 zum zehnjährigen Bestehen der UBS mit 1280 Teilnehmern stattfand. 2014 stellte er das Programm des iForum zusammen, und das siebte Forum fand am 16. April 2015 statt. 2016 wurde Mas Berater von „Kyivstar“ für digitale Technologien und leitete später, wie schrieb, drei Jahre lang das Innovationslabor des Betreibers. 2019 startete er laut derselben Publikation mit Mitteln von Spendern „handgemachte soziale Netzwerke“.

Am 6. Oktober 2021 starb Oleksii Mas in Kiew im Alter von 47 Jahren nach einer Krankheit. Über seinen Tod berichtete am 8. Oktober sein Bruder Viktor Mas.

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Henrik Falkenberg

Foto: Maralles