Oleksii Mas wurde 1974 in Kiew geboren und arbeitete seit den 1990er Jahren im Bankwesen, Internet und Telekommunikationsbereich. 2015 wurde er IT&Digital-Berater des Präsidenten von „Kyivstar“ Petro Tschernyschow und leitete anschließend das Innovation Lab des Unternehmens. Am 31. Juli 2019 verließ Mas „Kyivstar“ und bereits im August desselben Jahres startete er die erste Plattform der „Kraft-Sozialnetzwerke“. Die Finanzierung des Projekts sollte über ein Syndikat erfolgen, also über eine Gruppe privater Einleger, die ihr Geld in einem Projekt bündeln. Der Mindestbeitrag betrug 100 Dollar. Bis 2021 arbeitete das Team laut an der siebten Generation der Netzwerke.
Ein Syndikat aus 411 Personen
Die Zahl der Teilnehmer wuchs schnell. Im November 2019 umfasste das Syndikat etwa 280 Personen, in einem Sonderprojekt wurde die Zahl 315 genannt, und im August 2021 zählte Dsjuba 411 Investoren. Seine eigene Berechnung ergab eine Summe von 58.326,55 Dollar, also etwa 1,5 Millionen Hrywnja. Die letzte Einzahlung von 110 Dollar ging am 2. August 2021 von Pawlo Schylo ein.
Die Liste der ersten Investoren sah für das ukrainische Internet vertraut aus. Unter Nummer 4 stand Alexander Olschanski, Mitgründer von Mail.ua, das 2012 für rund 0,5 Millionen Dollar an Mail.ru verkauft wurde, und Investor von Infostore. Unter Nummer 132 folgte Wolodymyr Fedoryn, unter Nummer 229 Garilyk Korogodskyj, unter Nummer 500 Denys Dowgopolyj. Zwei weitere Teilnehmer waren als „geheime Investoren“ aufgeführt, und ein Titelinvestor, der das Syndikat vor dem Gesetz vertreten würde, tauchte nie auf.
Warum Menschen investieren
Die Teilnehmer selbst erklärten ihre Einzahlungen unterschiedlich. Ihor Danylenko nannte die Investitionen „rein sportliches Interesse“ und verglich sie mit einer Wette bei einem Buchmacher. Roman Ljaschko vom Kiewer Investmentclub Kyiv Invest Club ist der Ansicht, Mas habe das Crowdfunding, also das Sammeln von Geld bei einer großen Zahl von Menschen, „neu erfunden“, und rechnet mit einem Horizont von fünf bis zehn Jahren. Natalja Limonowa glaubt an die Leidenschaft des Autors für das Projekt und hält es für möglich, dass sich die Richtung ändern könnte.
Mas nannte die Investoren Freunde. Auf Fragen nach einer juristischen Person antwortete er, es brauche noch drei Tage, aber bis zur Veröffentlichung von erhielt die Redaktion keine Antwort. Dsjuba verbarg seine Ironie nicht und fasste es so zusammen:
„Es sieht so aus, als hätte Mas seine eigene kleine Sekte gegründet.“
Wichtig ist, dass die Analyse zwei Monate vor Mas’ Tod erschien und nicht danach. Der Ton des Materials war spöttisch, und die Frage nach der Fortführung des Projekts wurde darin nicht gestellt. Zwei Tage später antwortete Mas der Redaktion ausführlich, und diese Antwort wurde zur Fortsetzung einer Diskussion, die Mas selbst nicht mehr beenden konnte.
Was danach geschah
Am 6. Oktober 2021 starb Oleksii Mas. Im November 2021 begann ein Streit um die Zukunft des Projekts: Laryssa Mas, die sich 2021 als ehemalige Ehefrau bezeichnete, erklärte das Projekt für geschlossen. Das Syndikat führte weiter Bohdan Hnatiuk, Eigentümer von Maralles, das zu diesem Zeitpunkt mehr als 400 Teilnehmer zählte. Am 30. November wurde das Projekt in Craf umbenannt. Später wurde das Projekt, das Hnatiuk fortsetzte, zu Chakloon.
1




