Technologie

Oleksii Mas verlässt Kyivstar

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Am 24. Juli 2019 meldete LIGA.Tech, dass Oleksii Mas, Leiter des Innovation Lab von Kyivstar, das Unternehmen zum 31. Juli verlässt. Er deutete einen Wechsel zu Facebook an und bestätigte der Publikation, dass am 31. Juli „der Mann im roten Hemd“ zurückkehren werde. Eine offizielle Begründung nannte das Unternehmen nicht.

Mas leitete das Innovation Lab eines der größten ukrainischen Telekommunikationsanbieter. Sein Weg in das Unternehmen begann 2015, als er IT- und Digital-Berater von Petro Tschernyschow, dem Präsidenten von Kyivstar, wurde. Später wechselte er auf die Position des Leiters des Labors. Sein öffentliches Bild hatte sich längst um ein Detail kristallisiert: das rote Hemd. Die Markenfarbe des Betreibers ist Blau, und auf diesem Kontrast beruhte Mas’ Wiedererkennungswert bei Branchenveranstaltungen.

Seinen Weggang verkündete er auf Facebook, ohne ins Detail zu gehen. Im Gespräch mit LIGA.Tech schrieb er:

„Ich weiß, ihr habt lange darauf gewartet. Am 31.07 – die Rückkehr des Mannes im roten Hemd.“

Eine offizielle Begründung nannte das Unternehmen nicht. Eine Quelle bei Kyivstar sagte der Publikation, Mas’ Position sei „durch den Digitaldirektor überdeckt“ worden. Der Name des designierten Leiters wurde in der Notiz nicht genannt, und Mas selbst kommentierte die Gründe seines Weggangs nicht. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wurde auch nicht berichtet, was er als Nächstes tun würde.

Ein Weg über mehrere Projekte

LIGA.Tech rief die wichtigsten Stationen aus Mas’ Biografie in Erinnerung. Geboren 1974 in Kyjiw, absolvierte er die Fakultät für Radiophysik der Universität und arbeitete Ende der 1990er Jahre im Bank- und Staatssektor, insbesondere bei der Nationalbank der Ukraine, wo er sich mit der Abwicklung von Zahlungen befasste. Im Januar 1999 wurde er zusammen mit seinem Kommilitonen Ruslan Dmytrakovytsch einer der Mitgründer des Ukrainischen Bannernetzes.

Sein bekanntestes Projekt wurde Infostore, die größte File-Sharing-Plattform der Ukraine. Der Dienst war seit 2003 in Betrieb, im Dezember 2008 beschlagnahmte die Miliz seine Server, und das Projekt wurde geschlossen. Im Jahr 2000 war Mas auch am Start von UAportal beteiligt, dessen Investor Oleksandr Soroka war. Im Jahr 2007 wurde das Portal an die Holding verkauft.

Eine weitere Episode, auf die die Publikation verwies, betrifft den Mail-Dienst Mail.ua. Er wurde zusammen mit Oleksandr Olschanskyj entwickelt, und 2012 verkaufte das Unternehmen den Dienst für rund eine halbe Million Dollar an Mail.ru. Ukrainische Nutzer wechselten im selben Jahr auf die russische Plattform, und für den heimischen Markt wurde dies zu einem der meistdiskutierten Stoffe des Internetbusiness jener Zeit. Der verkaufte Mail-Dienst festigte Mas’ Ruf als jemanden, der die ukrainische Internet-Community von innen kennt.

Labor und Akzelerator

Die Arbeit bei Kyivstar fand vor dem Hintergrund der Versuche des Betreibers statt, ein eigenes Start-up-Ökosystem aufzubauen. Am 20. April 2016 kündigte das Unternehmen den Telekom-Akzelerator „WDNG-TECh-Kyivstar“ an, und im Dezember desselben Jahres gingen vier Start-ups des Programms in die Produktion. Diese Projekte gehörten zu der Richtung, die Mas innerhalb des Unternehmens vertrat, und genau hier verlief die Grenze zwischen Corporate Innovation und realen Produkten.

Parallel blieb er einer der Organisatoren des iForum, einer Konferenz über Internetbusiness. Das erste iForum fand 2009 statt, Mas betreute den Bereich „Internetbusiness“. In diesen Jahren war er selbst eine auffällige Figur der Branchendiskussionen und nicht nur ein Corporate Manager.

Was danach kam

Mas’ neues Projekt erschien einige Wochen nach der Notiz von LIGA.Tech. Im August 2019 startete er „Craft-Sozialnetzwerke“ und kündigte ein Investorensyndikat mit einem Mindestbeitrag von 100 Dollar an. Die Idee basierte auf kleinen sozialen Netzwerken, die von der Community selbst geschaffen werden, ohne auf massenhaftes Wachstum ausgerichtet zu sein. Später wurde das Projekt von Bohdan Hnatiuk weitergeführt, dem Eigentümer des Magazins Maralles und der Firma Chakloon. Im November 2019 gehörten dem Syndikat etwa 280 Personen an.

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Carlos Benítez

Autor

Politischer Korrespondent

Foto: Maralles