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Oleksii Mas ist gestorben – einer der ersten Serienunternehmer des ukrainischen Internets

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Am 6. Oktober 2021 starb in Kyjiw Oleksii Mas, einer der ersten Serienunternehmer des ukrainischen Internets. Er wurde 47 Jahre alt. Am 8. Oktober meldeten seine Angehörigen seinen Tod, und AIN.UA veröffentlichte als eine der ersten Publikationen einen Nachruf.

Mas wurde 1974 in Kyjiw geboren und absolvierte die Fakultät für Radiophysik der Universität Kyjiw. Ab 1993 arbeitete er am Forschungsinstitut für automatisierte Systeme im Bauwesen, von 1995 bis 1997 in der Abteilung für Softwaremittel der Bank „Ukrainisches Kapital“. Von September 1997 bis März 2000 war er leitender Spezialist bei der Nationalbank der Ukraine, wo er sich mit der Abwicklung von Zahlungen befasste. Für einen jungen Programmierer jener Zeit war dies eine seltene Gelegenheit zu sehen, wie das Geld im Maßstab des gesamten Landes funktioniert, und diese Erfahrung kam ihm später zugute.

Im Januar 1999 gründete er zusammen mit seinem Kommilitonen Ruslan Dmytrakovytsch das Ukrainische Bannernetz (UBS). Bannerwerbung war damals die wichtigste Methode zur Monetarisierung ukrainischer Websites, und das Netzwerk wurde schnell zu einem der bedeutenden Marktteilnehmer. Im Jahr 2000 startete Mas UAportal mit dem Investor Alexander Soroka, und auf dem Portal erschien „Der Baum der Freunde“, das erste soziale Netzwerk auf einem ukrainischen Portal. Dmytrakovytsch verkaufte seinen Anteil an der UBS im Jahr 2006, und 2007 wurde UAportal an die Holding verkauft.

Infostore, iForum und die ersten Kontroversen

In den Jahren 2003 und 2004 entwickelte Mas Infostore, einen Fotohosting-Dienst, bei dem Alexander Olschanskyj von der Internet Invest Group als Investor auftrat. Das Projekt lief mehrere Jahre, bis im Dezember 2008 die Strafverfolgungsbehörden die Server beschlagnahmten. Danach stellte der Dienst seinen Betrieb ein. Mas selbst blieb in diesen Jahren eine bekannte Figur der Branche, und sein Name wurde oft mit anderen Projekten in Verbindung gebracht, die er nicht gegründet hatte. So wurde von Iwan Sawtschenko gegründet, einem Absolventen von Infostore, nicht von Mas, obwohl einzelne Medien ihm später fälschlicherweise die Gründung zuschrieben.

Im Jahr 2009 fand das erste iForum statt, eine der wichtigsten Branchenkonferenzen des ukrainischen Internets. Mas war einer seiner Hauptideologen und gehörte seit der Gründung dem Organisationskomitee an. Er war Mitorganisator der Veranstaltung und leitete den Bereich „Internet-Business“. Gemeinsam mit ihm arbeiteten Serhij Korsch und Artur Orudschalijew im Organisationskomitee, während Olschanskyj den Vorsitz im Organisationskomitee innehatte. Im selben Jahr 2012 wurde Mail.ua, ein Projekt von Olschanskyj, für etwa 0,5 Mio. US-Dollar an Mail.ru verkauft. Dies war einer der ersten großen Exits ukrainischer Internetprojekte auf den russischen Markt.

„Kyjiwstar“ und „Craft-Netzwerke“

Im Jahr 2015 wurde Mas IT- und Digital-Berater des Präsidenten von „Kyjiwstar“, Petro Tschornyschow. Später leitete er das Innovation Lab des Unternehmens. Im April 2016 wurde der Telekom-Akzelerator „WDNG-TECh-Kyjiwstar“ angekündigt, und im Dezember desselben Jahres gingen vier seiner Start-ups „in die Produktion“. Die Arbeit bei einem großen Mobilfunkanbieter verschaffte ihm Zugang zu Daten und Zielgruppen, die unabhängige Projekte nicht hatten, und er nutzte dies aktiv.

Die Bekanntheit von Mas war nicht immer ruhig. Im Mai 2017 löste sein Beitrag, in dem die Blockierung von „VKontakte“ mit einer Deportation verglichen wurde, einen Skandal aus. Rund um das iForum im Jahr 2017 tauchte zudem ein gefälschtes „Business-Forum“ auf, das von der PR-Agentur PRavik von Julija Prawik organisiert wurde, mit einer Kopie der Website der Konferenz. Im Juli 2019 verließ Mas „Kyjiwstar“.

Im August 2019 startete er die „Craft-Netzwerke“, ein Projekt, bei dem sich die Teilnehmer zu einem Syndikat mit einem Beitrag von 100 US-Dollar pro Person zusammenschlossen. Im November 2019 umfasste das Syndikat etwa 280 Personen. Die Zahl der Teilnehmer wuchs: Laut Daten des Spezialprojekts MC waren es 315, und im August 2021 gab Mas bekannt, dass es 411 Investoren gebe und die gesammelte Summe etwa 58.000 US-Dollar betrage. Diese Zahlen nannte er als Antwort auf öffentliche Kritik am Projekt, und sie wurden zu einem der letzten lautstarken Episoden seiner Arbeit.

Am 8. Oktober meldete Mas' Bruder Viktor den Tod, und am selben Tag veröffentlichte AIN.UA einen Nachruf. Die Todesursache wurde in den Meldungen nicht genannt. Im Anschluss an die Veröffentlichung erschien in Fachmedien und sozialen Netzwerken eine Welle von Nachrufen, in denen Kollegen seine Beteiligung an der Entstehung des ukrainischen Internets würdigten: von Bannernetzen und Infostore bis hin zu iForum und den „Craft-Netzwerken“.

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Mathieu Blanchard

Foto: Maralles