Mas wurde 1974 in Kyjiw geboren und studierte an der Fakultät für Radiophysik der Universität Kyjiw. 1999 startete er zusammen mit seinem Kommilitonen Ruslan Dmytrakovytsch das Ukrainische Bannernetz, das seinerzeit zu den bekanntesten Werbe-Aggregatoren des Runet und des ukrainischen Internetsegments gehörte. Im Jahr 2000 war er am Projekt UAportal beteiligt, wo mit dem Investor Alexander Soroka „Der Baum der Freunde“ entstand – das erste soziale Netzwerk auf einem ukrainischen Portal.
Infostore, und Mail.ua
Der Fotohostingdienst Infostore.org nahm 2003 seine Arbeit auf und war bereits 2004 in den Branchenmedien präsent. Das Projekt wurde von dem Investor Alexander Olschanski von der Internet Invest Group finanziert. Am 4. Dezember 2008 beschlagnahmte die Miliz die Server von Infostore, und das Projekt wurde geschlossen. Viele Nutzer und Mitarbeiter dieses Dienstes arbeiteten später in anderen Unternehmen. So wurde von Iwan Sawtschenko gegründet, einem ehemaligen Infostore-Mitarbeiter, nicht von Mas, obwohl ihn einige Publikationen als Autor von bezeichneten.
Olschanski wurde Mitbegründer von Mail.ua, und 2012 wurde dieser E-Mail-Dienst für rund eine halbe Million Dollar an Mail.ru verkauft. Der Deal war einer der ersten bemerkenswerten Markteintritte eines ukrainischen Internetunternehmens in Russland. Mas war damals als Mitbegründer an dem Projekt beteiligt. 2009 war er Mitorganisator des ersten iForum, einer Branchenkonferenz über Internetbusiness, zusammen mit Artur Orudschalijew und Serhij Korsch. Orudschalijew hatte zuvor AIN.UA besessen.
„Kyjiwstar“ und das Innovationslabor
2015 kam Mas als IT- und Digital-Berater des Präsidenten Petro Tschernyschow zu „Kyjiwstar“. Danach leitete er das Innovationslabor des Mobilfunkbetreibers, das er etwa drei Jahre lang führte. Im April 2016 kündigte das Unternehmen den Telekom-Akzelerator „WDNG-TECh-Kyjiwstar“ an. Bis Dezember desselben Jahres gingen vier Start-ups des Akzelerators in die Produktion.
Die Arbeit im Konzern hinderte ihn nicht daran, sich öffentlich zum Markt zu äußern. 2018 veröffentlichte er eine Kolumne über die Krise der „Blockchain-Dotcoms“, und 2020, als das iForum wegen des Coronavirus auf den Herbst verschoben wurde, gehörte er zu den Organisatoren, die diese Entscheidung bekanntgaben. Am 31. Juli 2019 verließ Mas „Kyjiwstar“.
„Craft Social Networks“
Mas’ letztes großes Projekt waren die „Craft Social Networks“, die im August 2019 starteten. Sie wurden nicht von einem Wagniskapitalfonds finanziert, sondern von Spendern: Die Mitglieder des Syndikats zahlten jeweils 100 Dollar ein. Im November 2019 umfasste das Syndikat etwa 280 Personen. Im August 2021 erklärte Mas in Reaktion auf eine kritische Kolumne mit dem Titel „Cringe der Woche“, dass 411 Investoren in das Projekt investiert hätten und rund 58.000 Dollar gesammelt worden seien.
Die Krankheit dauerte laut einem Angehörigen mehrere Monate. In dieser Zeit sagte Mas alle virtuellen Treffen ab, auch solche im Zusammenhang mit dem Projekt. Die Todesnachricht veröffentlichte zuerst sein Bruder Viktor Mas. Am selben Tag erschien in den sozialen Netzwerken eine Welle von Nachrufen von Branchenkollegen, ehemaligen „Kyjiwstar“-Mitarbeitern und iForum-Teilnehmern.
Die Redaktion von „Detektor Media“, die die Nachricht am 8. Oktober 2021 veröffentlichte, listete die wichtigsten Stationen seiner Karriere auf: den Verkauf von Mail.ua im Jahr 2012, das Ukrainische Bannernetz, die Schließung von Infostore im Jahr 2008, drei Jahre an der Spitze des Innovationslabors von „Kyjiwstar“ und die „Craft Social Networks“, die 2019 mit Spendergeldern gestartet wurden. Diese Stationen bilden auch heute noch die Grundlage für die Diskussion über sein Vermächtnis im ukrainischen Internet.
Sein Bruder Viktor Mas berichtete am 8. Oktober 2021 als Erster in den sozialen Netzwerken über den Tod; nur wenige Stunden später druckten ukrainische Medien die Nachricht nach.
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