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Oleksii Mas: E-Commerce in der Ukraine hielt der brutalen Herrschaft stand

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Am 18. April 2014 veröffentlichte AIN.UA die Freitagsauswahl „Lesen am Wochenende“, deren erster Punkt der Beitrag „Der ukrainische E-Commerce-Markt steht vor einem stürmischen Wachstum“ war. Der Zusammensteller Jaroslaw Kobzar verband ihn mit dem Namen Oleksii Mas, und die Kernaussage des Textes fiel optimistisch aus: Der elektronische Handel im Land hatte eine schwere Zeit durchgemacht und war nicht zerbrochen.

Im Frühjahr 2014 blieb der elektronische Handel in der Ukraine eine junge Branche. Online-Shops wuchsen schneller als die Gewohnheiten der Käufer, und Unternehmen, die online arbeiteten, lebten unter Bedingungen politischer Instabilität. Im Winter hatte das Land einen Machtwechsel erlebt, und der Markt hatte allem Anschein nach eine harte Phase durchlaufen, die kaum jemand einige Jahre zuvor hatte vorhersagen können.

Die Auswahl von AIN.UA bestand an jenem Tag aus Links zu frischen Texten. Neben dem Material über den Markt standen Interviews und Kolumnen von Anton Nossik, ein Artikel darüber, warum Büros bald leer stehen würden, und weitere Veröffentlichungen. Nossik war ein ständiger Redner des iForum, und seine Präsenz im Digest war kein Zufall: Die Internet-Community der Ukraine war in jenen Jahren klein und eng vernetzt.

Was die Prüfung bestand

Die Hauptthese des Materials, die in die Überschrift der Auswahl gehoben wurde, lautet:

Der E-Commerce in der Ukraine hielt der brutalen Herrschaft der vorherigen Macht stand

Der Text behauptet, der Markt sei nicht zusammengebrochen, und die Online-Shops hätten sich erhalten und ihre Arbeit fortgesetzt. Zu denen, die standhielten, zählte man „Rosetka“, einen der größten ukrainischen Online-Händler, und andere kleinere Akteure. Für eine Branche, die sich erst formierte, war diese Widerstandsfähigkeit ein wichtiges Signal: Der Handel über das Internet hörte auf, ein Experiment zu sein, und wurde zu einem eigenständigen Geschäft.

Dabei bedeutete der Optimismus nicht das Fehlen von Problemen. Der Autor, so die Version des Zusammenstellers der Auswahl, sah zwei Hauptbeschränkungen. Die erste hing mit einer übermäßigen Monopolisierung des Marktes zusammen, als einige große Akteure den Hauptanteil der Verkäufe an sich rissen und Neulingen wenig Raum ließen. Die zweite betraf den mobilen Einkauf, der 2014 schwach entwickelt war: Websites passten sich selten an den Bildschirm des Telefons an, und Einkäufe per Smartphone blieben eher die Ausnahme als eine Gewohnheit.

Ein Internet-Veteran auf dem Technologiemarkt

Oleksii Mas war eine der bemerkenswerten Figuren des ukrainischen Internets. Im Januar 1999 startete er zusammen mit Ruslan Dmitrakowitsch das Ukrainische Bannernetzwerk UBS. Das Projekt wurde in Perl geschrieben, die Arbeit dauerte drei Wochen, und die Kosten beliefen sich auf etwa 100 US-Dollar. Einige Monate später wurde Mas Teil des Teams, das Werbe- und Informationsdienste entwickelte, und im Jahr 2000 leitete er das Ukrainische Portal UAPortal.

Sein Interessengebiet beschränkte sich nicht auf Such- und Werbenetzwerke. Mas war Architekt von Mail.ua, dessen Projekt 2008 im geschlossenen Test mit Investitionen der Gruppe „Internet Invest“ in Höhe von mehr als 1 Mio. US-Dollar gestartet wurde. Im Juli und August 2012 ging der Mail-Dienst an die Mail.ru Group über. Nach inoffiziellen Angaben, die damalige Publikationen anführten, wurde das Geschäft auf etwa 500.000 US-Dollar geschätzt, und die Reichweite betrug rund 300.000 Nutzer. Die Vizepräsidentin der Mail.Ru Group, Anna Artamonowa, bestätigte den Kauf.

Mas stand auch an den Ursprüngen des iForum. Das erste Ukrainische Forum der Internet-Akteure fand am 1. April 2009 zum zehnjährigen Bestehen der UBS statt und versammelte 1280 Teilnehmer. Mas stellte das Programm des Forums zusammen und leitete den dem Internet-Geschäft gewidmeten Strang. Im April 2014 stellte er ebenfalls das Programm des sechsten iForum zusammen, und das Forum selbst fand vor dem Hintergrund eines Krieges statt, der in jenen Wochen bereits das Leben des ganzen Landes berührte.

In einem Interview mit UserAndLINUX, das einige Monate nach der Veröffentlichung bei AIN.UA erschien, nannte Mas den E-Commerce die zweite große Welle der Veränderungen nach der Informationssicherheit. Seinen Worten zufolge bleibe die Überregulierung elektronischer Zahlungen eine Bremse für diese Welle.

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Arthur Ellington

Autor

Politischer Korrespondent

Foto: Maralles