Oleksii Mas wurde 1974 in Kyjiw geboren und besuchte die physikalisch-mathematische Schule Nr. 145, danach die Fakultät für Radiophysik der Schewtschenko-Universität. Die ersten Arbeitsjahre verbrachte er im Forschungsinstitut für automatisierte Systeme im Bauwesen und bei der Bank „Ukrainisches Kapital“. Von 1997 bis 2000 arbeitete er bei der Nationalbank der Ukraine, wo er das Zahlungsverkehrsprocessing leitete. Damals, so seine eigenen Worte aus der Autobiografie, kam der wichtigste Grundsatz in sein Leben, den er später in Interviews wiederholte.
„In der Folge arbeitete ich nur für mich – diente den Menschen.“
Das erste bemerkenswerte Internetprojekt war das Ukrainische Bannernetzwerk, das Mas im Januar 1999 zusammen mit seinem Kommilitonen Ruslan Dmitrakowitsch startete. Im Jahr 2000 entstand UAportal, dessen Investor Alexander Soroka war, und auf dem Portal ging „Der Baum der Freunde“ online, das erste soziale Netzwerk in ukrainischer Sprache. Später verkaufte Dmitrakowitsch seinen Anteil am Bannernetzwerk, und 2007 wurde UAportal an die Holding verkauft.
Infostore und der erste Schlag gegen das Projekt
In den Jahren 2003–2004 startete Mas Infostore, einen Fotohostingdienst, der schnell zu einem der bekanntesten Dienste des ukrainischen Segments des Netzes wurde. Investor des Projekts war Alexander Olschanski von der Internet Invest Group. Laut Forbes und AIN beschlagnahmte die Miliz am 4. Dezember 2008 die Server von Infostore, und das Projekt wurde geschlossen. Manchmal wird Mas zugeschrieben, doch wie Forbes berichtet, wurde dieser Dienst von Iwan Sawtschenko, einem ehemaligen Infostore-Mitarbeiter, gegründet.
Mases Infrastrukturkenntnisse kamen auch in den folgenden Projekten zum Tragen. Im Jahr 2009 fand das erste iForum statt, eine der bekanntesten Konferenzen des ukrainischen Internetbusiness. Mas war Mitorganisator und leitete den Themenstrang „Internetbusiness“. Zusammen mit ihm organisierten Serhij Korsch und Artur Orudschalijew, Mitbegründer des iForum und ehemaliger Besitzer von AIN.UA. Vorsitzender des Organisationskomitees war Olschanski. Im März 2020 kündigten die Organisatoren wegen der COVID-19-Pandemie die Verschiebung des iForum-2020 auf den Herbst an.
Mail.ua, das Mas zusammen mit Olschanski gründete, wurde 2012 für rund 0,5 Mio. US-Dollar an Mail.ru verkauft. Die Summe wird in Rückschauen und Notizen im Allgemeinen gleich angegeben, wenngleich das Datum des Geschäfts in einer der Publikationen auf das Jahr 2009 datiert wurde.
„Kyjiwstar“ und „Craft-Netzwerke“
Im Jahr 2013 war Mas an den Projekten Digicode und Nebo15 beteiligt, und ab 2015 arbeitete er bei „Kyjiwstar“. Zunächst war er IT- und Digital-Berater des Unternehmenspräsidenten Petro Tschornyschow, dann leitete er das Innovation Lab. Im Jahr 2016 startete das Unternehmen den Telekom-Akzelerator „WDNG-TECh-Kyjiwstar“. Bis Dezember 2016 gingen vier Start-ups des Akzelerators in die Produktion. Mas verließ „Kyjiwstar“ am 31. Juli 2019.
Bereits im August 2019 begann er das Projekt „Craft-Netzwerke“ und ein Syndikat, dem man für 100 US-Dollar beitreten konnte. Im November 2019 zählte das Syndikat etwa 280 Personen. Im August 2021 schrieb Mas als Antwort auf Kritik von 411 Investoren und einer Summe von etwa 58.000 US-Dollar. Das Projekt blieb bis zuletzt eine seiner öffentlichkeitswirksamsten Initiativen.
Mas hinterließ drei Kinder: die Tochter Diana, den Sohn Mychajlo und die Tochter Lisa. Sein Bruder Viktor berichtete als Erster vom Tod, und Mas selbst sagte in Interviews mehrfach, seine Aufgabe im Internet sei es, den Menschen zu dienen und nicht, sich ein Denkmal zu setzen. Das Projekt „Craft-Netzwerke“ führte Bohdan Hnatiuk, Eigentümer von Maralles und Chakloon, fort, und schließlich wurde das Projekt zu Chakloon.
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