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Wer führt die „Craft-Netzwerke“ fort: Witwe erklärt das Projekt für beendet, Syndikat unterstützt Bohdan Hnatiuk

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Am 29. November 2021 berichtete über den Streit um das Projekt „Craft-Netzwerke“ von Oleksii Mas, dessen Gründer am 6. Oktober 2021 starb. Die Witwe erklärte das Projekt für beendet, während der Unternehmer Bohdan Hnatiuk, der ein alternatives Investorensyndikat leitet, die Fortführung vorschlug. In das Projekt investierten mehr als vierhundert Investoren, die Investitionssumme übersteigt anderthalb Millionen Hrywnja.

Oleksii Mas wurde 1974 in Kyjiw geboren. Im ukrainischen Internet war er als Mitorganisator der Konferenz iForum und Leiter des Themenbereichs „Internet-Business“ bekannt. 2015 kam er als IT- & Digital-Berater des Präsidenten Petro Tschernyschow zu „Kyjiwstar“ und leitete später das Innovation Lab des Unternehmens. Im August 2019 startete er die „Craft-Sozialnetzwerke“ und ein Investorensyndikat, dem man für 100 US-Dollar beitreten konnte. Bis August 2021 gab es 411 Investoren, und die gesammelte Summe betrug etwa 58.000 US-Dollar. Mas starb am 6. Oktober 2021; sein Bruder meldete den Tod am 8. Oktober.

Der Streit brach drei Wochen später aus. Die Witwe des Gründers, Laryssa Mas, die 1995 seine Ehefrau wurde und sich 2021 als seine ehemalige Ehefrau bezeichnet, schrieb auf Facebook: „Die Craft-Netzwerke von Oleksii Mas sind geschlossen.“ Die Investoren hat sie offiziell noch nicht benachrichtigt: Laut wird sie wegen Brustkrebs behandelt und will dies später tun. Ihrer Darstellung nach war Hnatiuk kein Investor und „deckt sich“ mit dem Namen Mas. Die Erfolgschancen von Wiktor Mas und Hnatiuk schätzt sie als „1 zu 10“ ein, und sie selbst bereitet ein eigenes Angebot für die Investoren vor.

Die Ergebnisse des Projekts seien, so Laryssa Mas, „in keiner Weise rechtlich formalisiert – einfach Dateien“. Zugang dazu haben sie und Wiktor Mas. Der Bruder des Gründers, Wiktor, widerspricht ihrer Einschätzung in der Hauptfrage. Das Projekt lasse sich seiner Meinung nach nicht schließen, die Ergebnisse seien offen, aber der Code müsse neu geschrieben werden. Er selbst habe Hnatiuk mit den aktiven Teilnehmern des Projekts bekannt gemacht und ihm, so Laryssa Mas, Zugang zu den Ergebnissen verschafft. Wiktor Mas befürwortete die Möglichkeit der Fortführung: „Die Idee wird der eine oder andere Investor verwirklichen. Und ich möchte, dass der Traum meines Bruders wahr wird.“

Umfrage im Syndikat und negative Bilanz

Bohdan Hnatiuk, Unternehmer, verschickte einen Fragebogen an die Investoren. Von denen, die antworteten, sprachen sich 94 Prozent für die Fortführung des Projekts aus. Er beschrieb den Ausgangspunkt detailliert, und dieser gestaltet sich schwierig. Der Code, den Mas persönlich schrieb, ist nicht verfügbar, es blieben nur öffentliche Ideen. Das investierte Geld ist ausgegeben, die Bilanz des Projekts ist negativ und beträgt minus 61.000 US-Dollar. Laut Hnatiuk sind die Investitionen unwiederbringlich verloren. Dennoch wollte er die Sache nicht aufgeben. Er leitet in Telegram den Chat „Syndikat der Craft-Netzwerke“, dem mehr als hundert Aktivisten angehören. Die Kinder von Oleksii Mas sind Mitglieder des Syndikats.

Hnatiuk erklärt seine Haltung schlicht und ohne Pathos:

„Ich will nicht, dass die Sache, die er begonnen hat (eine richtige Sache), einfach verschwindet.“

Unter den Investoren, die im Material von erwähnt werden, sind Wolodymyr Fedoryn, Olexandr Olschanskyj und Denys Dowhopolyj. Die juristische Person des Projekts wird in der Veröffentlichung nicht genannt, daher bleibt die Frage offen, wer die Rechte an den Ergebnissen besitzt und wem sie übertragen werden.

Verbindung der Redaktion zu einer der Parteien

Bohdan Hnatiuk besitzt das Magazin Maralles und das Projekt Chakloon. Da er eine der Parteien im Streit ist, teilt die Redaktion dies offen mit. Die Position von Laryssa Mas wird in diesem Artikel vollständig dargelegt, einschließlich ihrer Einschätzung der Erfolgschancen des Projekts und ihrer Behauptungen über die Rolle Hnatiuks. Diese Behauptungen stammen von ihr; die Redaktion hat sie nicht überprüft und nicht bestätigt.

Hnatiuk äußert sich respektvoll über Mas und sein Projekt. Er nennt die Idee richtig und sagt, er wolle nicht, dass sie vergessen werde. Die Version von Laryssa Mas unterscheidet sich von dieser Haltung, und der Widerspruch zwischen ihnen bleibt bestehen.

Was danach geschah

Am 30. November 2021, einen Tag nach der Veröffentlichung von, erhielt das Projekt den neuen Namen „Craf“. Später erhielt das Projekt, das Bohdan Hnatiuk weiterführte, den Namen Chakloon.

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Kirill Jerschow

Autor

Politischer Kommentator

Foto: Maralles