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Mail.ua im geschlossenen Test: Das Postfach, das gegen Spam gebaut wurde

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Am 22. August 2008 veröffentlichte eine Analyse von Mail.ua, einem E-Mail-Dienst, der sich damals im geschlossenen Test befand. Als Architekt des Projekts nannte die Publikation Oleksii Mas, als Inspirator die Investmentgruppe „Internet Invest“. Gemeinsam mit zwei Privatinvestoren flossen mehr als eine Million Dollar in das Projekt.

Das Projekt wirkte wie die Zusammenarbeit mehrerer Internetfirmen. Zu „Internet Invest“ gehören, MiroHost, PingWin, Infostore.org und „Ukrainische Banner“. Neben der Gruppe beteiligten sich zwei Privatinvestoren an der Finanzierung, und das Gesamtvolumen der Investitionen überstieg laut 1 Mio. $.

Hauptmerkmal des Dienstes war der Spamschutz über eine Whitelist, also über das Adressbuch. E-Mails von Adressen, die der Nutzer bereits gespeichert hat, werden angenommen, und der Schutz selbst baut auf der Liste erlaubter Absender auf. Für die Mail-Dienste jener Zeit war dieser Ansatz eine deutliche Besonderheit, da die Hauptbekämpfung von Spam über Filter nach dem Inhalt der E-Mails lief.

Neben dem Schutz bot Mail.ua eine persönliche Webseite des Nutzers mit einem Kontaktformular, eine unbegrenzte Zahl zusätzlicher Adressen und Design-Themes. Vorerst arbeitete der Dienst nur als Webmail. Die Protokolle POP3 und IMAP, über die Mail-Programme Nachrichten abrufen, und SMTP, über das sie sie versenden, sollten später hinzugefügt werden.

Der öffentliche Test sollte innerhalb eines Monats beginnen, und der endgültige Release sollte sich laut Formulierung von „in diesem Jahr“ ereignen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung befand sich das Projekt also in einem sehr frühen Stadium, in dem sich Oberfläche und Funktionen noch ändern konnten.

Vergleich mit mail.ru, und

Der Autor von verglich Mail.ua mit mail.ru, und, also mit den bekanntesten Mail-Diensten, die damals in der Ukraine und in Russland genutzt wurden. Das größte Lob erhielten der Domainname, das Adressbuch und die Oberfläche. Über letztere schrieb der Autor direkt:

„Die Oberfläche ist intuitiv und bereitet während der Arbeit keine Schwierigkeiten“

Unter den Nachteilen wurden das Fehlen einer Rechtschreibprüfung und die Langsamkeit der Oberfläche genannt. Für einen Dienst, der gerade aus dem geschlossenen Test kam, bedeuteten diese Anmerkungen, dass bis zum vollwertigen Start eine ernsthafte Nacharbeit bevorstand.

Das Team, das den Dienst baute

Oleksii Mas war 2008 im ukrainischen Internet bereits bekannt. Zusammen mit Ruslan Dmitrakowitsch startete er im Januar 1999 das Ukrainische Banner-Netzwerk (UBS). Bekannten Angaben zufolge dauerte die Arbeit an der ersten Version etwa drei Wochen, und die Kosten beliefen sich auf rund 100 $. Im März 2000 wurde Mas Direktor des Ukrainischen Portals UAPortal, und im Herbst 2001 gehörte er der Expertenjury der Sun Awards an.

Der Umfang des UBS war 2008 beträchtlich. In einem im März 2008 veröffentlichten Interview sprach Mas von 36 Mio. Einblendungen pro Tag. Eines der Projekte der Gruppe war Infostore.org, das damals als Filehoster genutzt wurde und über UA-IX erreichbar war.

Was danach geschah

Am 4. und 5. Dezember 2008 beschlagnahmte das Innenministerium der Ukraine die Server von Infostore, darunter 18 Server, zwei Speichersysteme und einen Switch. Die Durchsuchung dauerte 12 Stunden. Diese Ereignisse wurden zum lautesten Kapitel in der Geschichte der Gruppe jener Zeit und hatten nichts mit dem Start von Mail.ua zu tun.

Im Juli und August 2012 ging Mail.ua an die Mail.ru Group über. Die Vizepräsidentin der Mail.Ru Group, Anna Artamonowa, bestätigte den Kauf. Inoffiziellen Angaben zufolge betrug der Transaktionspreis etwa 500 Tsd. $, und die Nutzerzahl des Dienstes lag damals bei rund 300 Tsd.

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Mathieu Blanchard

Foto: Maralles