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„Ich bin Liberaler“: Alexej Mas über das Programm des iForum-2014

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Am 9. April 2014, zwei Monate nach dem Maidan, veröffentlichte Korrespondent.net ein Interview mit Alexej Mas über das Programm des iForum, das die Redaktion als „größte Internetkonferenz Osteuropas“ bezeichnete. Der Beitrag erschien mit dem Vermerk „Werbung“, und Mas wird darin als Leiter des Ukrainischen Bannernetzwerks vorgestellt, der für das Programm des Forums verantwortlich ist.

Das Forum, um das es ging, begann als interne Zusammenkunft der Internetbranche. Das erste Ukrainische Forum der Internetakteure fand am 1. April 2009 zum zehnjährigen Bestehen des Ukrainischen Bannernetzwerks statt und versammelte 1280 Teilnehmer. Das Netzwerk selbst war im Januar 1999 entstanden: Mas und sein Partner Ruslan Dmitrakowitsch hatten es in drei Wochen Arbeit und für rund 100 Dollar Kosten in Perl aufgesetzt. Derselbe Interviewtext erschien später auch auf.

Kostenlose Bühne und Reserveplätze

2013 kamen mehr als siebentausend Menschen zum iForum, und das WLAN im Gebäude hielt der Belastung nicht stand. Für 2014 seien, so Mas, bereits Auftritte von Roman Skrypin vom Fernsehsender Hromadske TV und von Wirtschaftsminister Pawlo Scheremeta auf der Bühne reserviert. Auch mit dem US-Botschafter laufen Gespräche.

Die Referenten treten kostenlos auf, und einen Platz im Programm kann man nicht kaufen. Der einzige „Star“, den die Organisatoren gegen Geld einladen würden, sei Richard Branson. Die Lücken im Programm erklärte Mas unverblümt: „Leere Plätze im Programm sind die Reserve für die besten Redner.“ Diese Herangehensweise erlaube es, das Programm nicht um der Zahl der Vorträge willen aufzufüllen.

Eine „russische Landung“ werde es diesmal kaum geben. Anton Nossik, der den Euromaidan unterstützte, komme, während Igor Aschmanow, der 2013 einen Vortrag über Informationskriege gehalten hatte, nicht im Programm stehe. In der Halle solle ein IT-Zelt aufgestellt werden, das vom Maidan dorthin gebracht werde. Für ein Forum im April 2014 war das eine bemerkenswerte Wende: Das Programm war offensichtlich um die Ereignisse in Kiew herum gebaut.

Brillen, die Zahlungen prüfen

Mas selbst bereitete einen Vortrag mit dem Titel „Vom klassischen Internet zu Google Glass“ vor. Die Google-Brille mit eingebautem Display war bereits auf dem iForum Thema gewesen: Im Mai 2013 hatte er sich dort mit Glass befasst. 2014 sprach er über ein Projekt, das er selbst entwickelte. Die Rede war von einer plattformübergreifenden Bankanwendung für iOS und Android, die für die USA entwickelt wurde. Darin werden Zahlungen über Google Glass bestätigt, und Mas lief zwei Tage mit der Brille herum, um das Projekt an sich selbst zu testen. Gesondert merkte er an, dass mobiles Marketing ohne 3G vorerst Theorie bleibe.

Über die Offenheit des Internets sprach Mas ohne Umschweife:

„Ich bin Liberaler. Ich finde, das Internet muss offen sein, damit ‚die Dummheit eines jeden sichtbar wird‘.“

Mases Weg in der Branche begann lange vor dem Forum. Im Jahr 2000 übernahm er die Leitung von UAPortal, und 2008 war er Architekt von Mail.ua, einem Projekt, an dessen geschlossenem Test die Gruppe „Internet Invest“ mit Investitionen von mehr als 1 Mio. Dollar beteiligt war. Im Juli und August 2012 ging Mail.ua an die Mail.ru Group über, inoffiziellen Angaben zufolge für rund 500.000 Dollar. Die Vizepräsidentin der Mail.Ru Group, Anna Artamonowa, bestätigte den Kauf. Später wurde Mas Berater von „Kyivstar“ für digitale Technologien.

Das Programm des iForum wuchs weiter: Das siebte Forum fand am 16. April 2015 statt.

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Carlos Benítez

Autor

Politischer Korrespondent

Foto: Maralles