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Oleksii Mas: Von Infostore und Mail.ua zu den „Craft-Sozialnetzwerken“

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Am 8. Oktober 2021 meldete den Tod von Oleksii Mas, einem der ersten ukrainischen Internetunternehmer. Laut der Publikation starb er am 6. Oktober im Alter von 47 Jahren. Ein Verwandter erzählte, dass Mas in den letzten zwei Monaten krank gewesen sei und alle Online-Meetings abgesagt habe; auf seiner Facebook-Seite wurde über die Krankheit geschrieben.

Oleksii Mas wurde 1974 in Kiew geboren und studierte an der Fakultät für Funkphysik der Staatlichen Universität Kiew. Sein Weg ins Internet begann Ende der Neunziger. Im Januar 1999 gründete er zusammen mit seinem Kommilitonen Ruslan Dmitrakowitsch das Ukrainische Bannernetzwerk. Im Jahr 2000 startete er „Baum der Freunde“, das erste soziale Netzwerk auf dem ukrainischen Portal, und 2003 sowie 2004 arbeitete er an Infostore.org, einem Fotohosting, mit dem Investor Alexander Olschanski.

Infostore existierte nicht lange. Am 4. Dezember 2008 beschlagnahmte die Miliz die Server des Projekts, und es wurde geschlossen. Ein ehemaliger Mitarbeiter des Projekts, Iwan Sawtschenko, gründete später. Entgegen der verbreiteten Version war dessen Gründer nicht Mas, wie Forbes schrieb, sondern eben Sawtschenko. Mas selbst war in diesen Jahren einer der Organisatoren der Konferenz iForum: Das erste Forum fand 2009 statt, und Mas war Mitorganisator und leitete den Bereich „Internet-Business“.

Mail.ua und „Kyjiwstar“

Im Jahr 2012 ging Mail.ua, das zusammen mit Olschanski entwickelt worden war, für etwa 0,5 Mio. Dollar an Mail.ru über, zusammen mit den Nutzern des Mail-Dienstes. Zu seinen weiteren Projekten im Jahr 2013 werden Digicode und Nebo15 gezählt. 2015 kam Mas zu „Kyjiwstar“ als IT-&-Digital-Berater des Unternehmenspräsidenten Petro Tschernyschow. Später leitete er das Innovationslabor des Betreibers und arbeitete dort drei Jahre lang.

Unter der Führung von Mas baute „Kyjiwstar“ die Zusammenarbeit mit Start-ups aus. Am 20. April 2016 kündigte das Unternehmen den Telekom-Akzelerator „WDNG-TECh-Kyjiwstar“ an, und im Dezember desselben Jahres gingen vier seiner Start-ups „in die Produktion“. Mas' Bekanntheit reichte auch über Unternehmensprojekte hinaus. Im Mai 2017 sorgte sein Beitrag, in dem die Blockierung von „VKontakte“ mit einer Deportation verglichen wurde, für einen Skandal. Der Autor des Textes war Mas selbst, nicht die Person, gegen die das Verbot verhängt wurde. Im Juli 2019 verließ er „Kyjiwstar“.

„Craft-Sozialnetzwerke“

Im August 2019 startete Mas die „Craft-Sozialnetzwerke“, die als „etwas zwischen Telegram und Facebook“ beschrieb. Finanziert wurde das Projekt von kleinen Investoren, die im Rahmen eines Syndikats jeweils 100 Dollar einzahlten. Im Text von wird die Zahl der Teilnehmer mit „mehr als 100“ angegeben, doch die Dynamik nach anderen Veröffentlichungen sieht anders aus. Im November 2019 gehörten dem Syndikat etwa 280 Personen an, im Spezialprojekt von MC wurden 315 genannt, und im August 2021 nannte Mas in einer Antwort auf Kritik 411 Investoren und rund 58.000 Dollar gesammelter Mittel.

Die Arbeit am Projekt fand vor dem Hintergrund von Veränderungen in der Branche statt. Im März 2020 verschoben die Organisatoren das iForum-2020 wegen der COVID-19-Pandemie auf den Herbst. Mas blieb eine der prominenten Stimmen des ukrainischen Internet-Business und führte weiterhin öffentliche Diskussionen über den Markt.

Das Hauptziel

Im August 2021 gab Mas ein Interview, in dem er als Hauptziel seines Wirkens „das Internet zu verändern“ nannte. Dieser Satz wurde eine seiner letzten öffentlichen Formulierungen darüber, warum er an seinem eigenen sozialen Netzwerk arbeitet.

„Das Internet verändern“

Mas hinterlässt drei Kinder. Er war seit 1995 verheiratet; im Jahr 2021 bezeichnete sich seine Ex-Frau Larissa bereits als ehemalige Ehefrau. Sein Bruder Wiktor meldete als Erster den Tod, und am 8. Oktober, dem Tag der Veröffentlichung von, erschien auf Mas' Facebook-Seite eine Information über die Krankheit. Am selben Tag begann in den Medien eine Welle von Nachrufen.

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Kirill Jerschow

Autor

Politischer Kommentator

Foto: Maralles