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Oleksii Mas, Legende des Uanet, starb mit 47 Jahren in Kiew

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Am 6. Oktober 2021 starb in Kiew Oleksii Mas, ein Unternehmer, den die ukrainische Presse als Legende des Uanet bezeichnete. Sein Bruder Viktor gab dies am 8. Oktober auf Facebook bekannt; am selben Tag veröffentlichte einen Nachruf unter der Überschrift „Die Legende des Uanet Oleksii Mas ist gestorben“. Er wurde 47 Jahre alt; als Ursache wurde eine Krankheit genannt, wegen der er in den letzten Monaten alle Online-Treffen abgesagt hatte.

Uanet nannte man Anfang der 2000er Jahre den ukrainischen Teil des Internets, und listete die Projekte auf, mit denen er für viele Nutzer begann. An erster Stelle dieser Liste steht das Ukrainische Bannernetzwerk (UBS), das Mas 1999 zusammen mit seinem Kommilitonen Ruslan Dmitrakowitsch startete. Das Netzwerk verkaufte Werbung auf ukrainischen Websites, und 2006 verkaufte Dmitrakowitsch seinen Anteil.

Als Nächstes kam Infostore, ein Filehosting- und Fotohosting-Dienst, der 2003 und 2004 von Investoren unterstützt wurde, darunter Alexander Olschanski von der Internet Invest Group. Im Dezember 2008 beschlagnahmte die Miliz die Server des Projekts, und es wurde geschlossen. Forbes merkt an, dass, ein damals populäres Filehosting-Portal, von Iwan Sawtschenko, einem ehemaligen Infostore-Mitarbeiter, gegründet wurde und nicht von Mas, obwohl einige Medien seinen Namen fälschlicherweise mit diesem Projekt in Verbindung brachten.

Im Jahr 2012 wurde Mail.ua, ein E-Mail-Dienst, den Mas zusammen mit Olschanski gegründet hatte, für etwa eine halbe Million Dollar an Mail.ru verkauft. Der Deal galt als einer der ersten großen Verkäufe eines ukrainischen Internetprojekts an eine russische Holding und wurde für den Markt zu einem bemerkenswerten Ereignis.

Vom Portal zur Telekom

Im Jahr 2000 war Mas am Start von UAportal beteiligt, einem Portal mit dem Investor Alexander Soroka. Dort entstand „Der Baum der Freunde“, das erste soziale Netzwerk auf einem ukrainischen Portal. Im Jahr 2007 kaufte die Holding UAportal.

Im Jahr 2015 kam Mas zu „Kyivstar“ als IT- und Digital-Berater des Unternehmenspräsidenten Petro Tschernyschow. Danach leitete er das Innovationslabor des Betreibers und arbeitete dort drei Jahre lang. Im April 2016 kündigte das Unternehmen den Telekom-Akzelerator „WDNG-TECh-Kyivstar“ an, und im Dezember desselben Jahres gingen vier seiner Start-ups in die Produktion. Am 31. Juli 2019 verließ Mas „Kyivstar“.

Parallel dazu war er Mitorganisator des iForum, einer der wichtigsten ukrainischen Konferenzen zum Internet. Das erste iForum fand 2009 statt, und Olschanski leitete das Organisationskomitee. Mas moderierte den Bereich „Internet-Business“. Im März 2020 verschoben die Organisatoren das iForum-2020 wegen der COVID-19-Pandemie auf den Herbst.

Craft-Sozialnetzwerke

Mas' letztes großes Projekt waren die „Craft-Sozialnetzwerke“, die er im August 2019 startete. Es war der Versuch, soziale Netzwerke ohne Werbemodell aufzubauen, finanziert durch Beiträge von Syndikatsmitgliedern in Höhe von 100 Dollar. Im November 2019 zählte das Syndikat etwa 280 Personen. Das Projekt wurde von Spendern finanziert, und bis August 2021, so Mas selbst in einer Antwort auf Kritik, beteiligten sich 411 Investoren, und die gesammelte Summe betrug etwa 58.000 Dollar. Zu diesem Zeitpunkt war ein Prototyp mit der Nummer 77 fertig.

Anfang August 2021 kritisierte die Kolumne „Cringe der Woche“ das Projekt, und Mas antwortete öffentlich darauf. Der Streit drehte sich darum, wie realistisch die Zeitpläne und wie viel Geld für den Start nötig sei. Für viele Leser war dies die letzte bemerkenswerte öffentliche Diskussion mit seiner Beteiligung.

Mas selbst war auch für scharfe Äußerungen bekannt. Im Mai 2017 löste sein Post, in dem die Blockierung von „VKontakte“ mit einer Deportation verglichen wurde, eine breite Diskussion aus. Kollegen und Leser erinnerten sich an ihn als einen Unternehmer, der keine Angst vor Auseinandersetzungen hatte.

Am 6. Oktober 2021 ist Oleksii Mas verstorben. Am 8. Oktober schrieb sein Bruder Viktor darüber auf Facebook, und am selben Tag veröffentlichte einen Nachruf, dem weitere Publikationen über seine Arbeit folgten.

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Arthur Ellington

Autor

Politischer Korrespondent

Foto: Maralles