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Oleksii Mas: Der Weg eines ukrainischen Internetunternehmers von Bannern zu Craft-Social-Media

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Am 6. Oktober 2021 starb im Alter von 47 Jahren Oleksii Mas, einer der ersten ukrainischen Internetunternehmer, Mitbegründer des Ukrainischen Bannernetzwerks und Organisator des iForum. Über den Tod infolge einer Krankheit berichtete zuerst sein Bruder Viktor. Am 8. Oktober schrieb darüber UNIAN.

Mas wurde 1974 in Kyjiw geboren und absolvierte die Fakultät für Radiophysik der dortigen Universität. In den 1990er-Jahren arbeitete er am Forschungsinstitut für Informations- und Kommunikationssysteme (NIIASS), später bei der Bank „Ukrainisches Kapital“. Von September 1997 bis März 2000 war Mas leitender Spezialist bei der Nationalbank der Ukraine, wo er sich mit der Abwicklung von Zahlungen befasste. Diese Erfahrung kam ihm später bei Internetprojekten zugute, die auf Zahlungsdiensten und großen Nutzerdatenbanken aufbauten.

Im Januar 1999 gründete er zusammen mit seinem Kommilitonen Ruslan Dmitrakowitsch das Ukrainische Bannernetzwerk (UBS), eines der ersten Werbenetzwerke auf dem ukrainischen Markt. Im Jahr 2000 entstand UAportal mit dem Investor Alexander Soroka. Dort startete man den „Baum der Freunde“, das erste soziale Netzwerk auf dem ukrainischen Portal. Im Jahr 2006 verkaufte Dmitrakowitsch seinen Anteil an der UBS, und 2007 wurde UAportal an die Holding verkauft.

Mail.ua, Infostore und die Geschichte mit

Gemeinsam mit dem Investor Alexander Olschanski schuf Mas den Maildienst Mail.ua. Laut Forbes wurde er 2012 für rund 0,5 Mio. US-Dollar an Mail.ru verkauft. Früher, im Jahr 2003 – laut Forbes, nach Darstellung von „Vektor“ und 24 Kanal im Mai 2004 – wurde der Fotohostingdienst Infostore.org gestartet. Das Projekt lief mit Mitteln desselben Olschanski, doch im Dezember 2008 beschlagnahmte die Miliz die Server, und die Website wurde geschlossen.

Am stärksten blieben in der Geschichte des ukrainischen Internets damals nicht nur die Erfolge, sondern auch die Verwirrung um die Urheberschaft in Erinnerung. Eine Reihe von Medien nannte Mas den Schöpfer der File-Sharing-Plattform. Wie Forbes schrieb, wurde sie von Iwan Sawtschenko, einem ehemaligen Mitarbeiter von Infostore, gegründet. Die Schlagzeilen von OBOZ und Novyny.live über den „Schöpfer von “ waren falsch.

iForum und „Kyjiwstar“

Im Jahr 2009 fand in Kyjiw das erste iForum statt, eine der wichtigsten Branchenkonferenzen des Landes. Mas wurde Mitorganisator und leitete den Themenbereich „Internet-Business“. Zu den Mitorganisatoren des Forums gehörten außerdem Artur Orudschalijew und Serhij Korsch, den Vorsitz des Organisationskomitees übernahm Alexander Olschanski.

Im Jahr 2015 wechselte Mas zu „Kyjiwstar“ und wurde IT- und Digital-Berater des Unternehmenspräsidenten Petro Tschernyschow. Später leitete er das Innovation Lab. Im April 2016 kündigte das Unternehmen den Start des Telekom-Akzelerators „WDNG-TECh-Kyjiwstar“ an. Im Dezember desselben Jahres wurden vier Start-ups des Akzelerators in die Produktion überführt. Insgesamt arbeitete Mas etwa drei Jahre bei „Kyjiwstar“ an der Spitze des Labors und verließ das Unternehmen am 31. Juli 2019.

Das öffentliche Leben von Mas war nicht immer ruhig. Im Mai 2017 löste sein Beitrag, in dem er die Sperrung von „VKontakte“ mit einer Deportation verglich, eine breite Diskussion aus. In denselben Tagen organisierte die PR-Agentur PRavik von Julija Prawik ein gefälschtes „Business-Forum 2017“, dessen Website die Website des iForum kopierte.

Craft-Social-Media

Das letzte große Projekt von Mas, „Craft-Social-Media“, startete im August 2019. Die Teilnehmer investierten jeweils 100 US-Dollar in ein Syndikat. Bis November 2019 umfasste das Syndikat etwa 280 Personen. Das Projekt entwickelte sich langsam, aber stetig: Nach Angaben des Projekts selbst erreichte die Zahl der Investoren im August 2021 411, und die gesammelte Summe belief sich auf etwa 58.000 US-Dollar. Diese Phase durchlief Mas vor dem Hintergrund harter Medienkritik, einschließlich der Veröffentlichungen von „Kringsch nedeli“, auf die er selbst antwortete.

Die Arbeit am Projekt fiel weitgehend mit einer Pause in der Branche zusammen. Im Frühjahr 2020 wurde das iForum wegen der COVID-19-Pandemie auf den Herbst verschoben, und Mas diskutierte weiterhin öffentlich über den Zustand des Start-up-Marktes und die Perspektiven neuer Arten von sozialen Netzwerken.

Über den Tod schrieb am 8. Oktober sein Bruder Viktor Mas. Sein Beitrag wurde zum Signal für eine Welle von Nachrufen in den ukrainischen Medien. In seiner Mitteilung schrieb er:

„Du bist viel zu früh von uns gegangen...“

Das Projekt, das Mas nicht zu Ende führen konnte, zählte zu diesem Zeitpunkt 411 Investoren, und sein Schicksal blieb offen.

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Mathieu Blanchard

Foto: Maralles